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Anwaltshaftung

Wie haftet der Anwalt bei Fehlern und Verjährung?

11.28.2017

Autor: Rechtsanwalt Karl-Heinz Steffens

Schlagworte: Verjährung, Anwaltsfehler, Haftungsrecht, Anwaltshaftung, Rechtsschutzversicherung, Schadenersatz

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Anwaltshaftung

Was bedeutet Anwaltshaftung?

Unter Anwaltshaftung versteht man die Haftung des Rechtsanwalts gegenüber dem eigenen Mandanten.

Es kommt auf den zwischen dem Mandanten und dem Rechtsanwalt geschlossene Vertrag an.

Der wird oft als Mandatsvertrag, Dienstvertrag oder  Geschäftsbesorgungs-vertrag näher bezeichnet.

Aus diesem Vertrag schuldet der Mandant dem Rechtsanwalt die Vergütung und der Rechtsanwalt dem Mandanten die Rechtsdienstleistung, mit der er beauftragt wird.

Wann haftet der Anwalt?

Wenn der Rechtsanwalt seine Pflicht zur Erbringung der vereinbarten Dienst-leistung nicht ordnungsgemäß erfüllt, liegt eine Pflichtverletzung vor, die den Rechtsanwalt gegenüber seinem Mandanten schadenersatzpflichtig macht. Dabei kommt es auch darauf an, ob den Rechtsanwalt ein Verschulden trifft und dem Mandanten ein Schaden entsteht.

Die Pflicht des Rechtsanwalts liegt regelmäßig in der rechtlichen Beratung des Mandanten. Dabei bleibt es Aufgabe des Mandanten, dem Anwalt den Lebens-Sachverhalt umfassend und wahr mitzuteilen.

Der Rechtsanwalt ist in der Pflicht, die erforderlichen Informationen zu beschaffen, zu hinterfragen und durch zielführende Fragestellung ergänzen zu lassen.

Der Anwalt schuldet dem Mandanten stets den sichersten Weg zur Erreichung und Durchsetzung der Interessen des Mandanten. Abweichungen hiervon sind mit dem Mandanten abzusprechen;

Gründe zur Abweichung können oft in der Vermeidung von Kosten liegen.

Erteilt der Anwalt im Zuge der Mandatsbearbeitung einen fehlerhaften Ratschlag oder führt den Prozess falsch, kann dies seine Haftung begründen.

Was sind typische Pflichtverletzungen von Anwälten?

  • Der Anwalt versäumt eine Frist
  • Der Anwalt versäumt seine Kontrollpflicht (E-Mails/Brief/Fax)
  • Der Rechtsanwalt klärt nicht über Notwendigkeit, Erfolgsaussichten und Gefahren eines Rechtsstreits auf (Prozessrisiko)
  • Der Rechtsanwalt überwacht seine Büroangestellten unzureichend, es kommt zu sog. Büroversehen
  • Zu späte Mandatsablehnung bei Mandatsanbahnung
  • Anwalt lässt Ansprüche verjähren (Verjährungsrisiko)
Welche finanziellen Schäden bekommt der Mandant ersetzt?

Der Anwalt muss den Geschädigten finanziell so stellen, wie dieser gestanden hätte, hätte der Anwalt die Pflichtverletzung nicht begangen. Es muss also ein Schaden entstanden sein.

Es ist zu prüfen, was wahrscheinlich passiert wäre, wenn der Anwalt ordnungs-gemäß gehandelt hätte.

Verliert der Mandant z. B. aufgrund einer Fristversäumnis des Anwalts einen Prozess und wird daher zur Zahlung einer Geldsumme verurteilt, muss geprüft werden, ob der Mandant bei Einhaltung der Frist den Prozess sonst gewonnen hätte.

In diesem Fall müsste der Anwalt alle durch den Verlust des Prozesses entstanden Schäden vollständig ausgleichen wie z. B. die eingeklagte Geldsumme, Anwaltskosten und Prozesskosten usw.

Da alle in Deutschland zugelassenen Rechtsanwälte über eine  Berufshaftpflicht-versicherung verfügen müssen, übernimmt diese in aller Regel den Ausgleich des Schadens.

Übernimmt meine Rechtsschutzversicherung die Kosten?

Wenn die Geschädigten eine Rechtsschutzversicherung haben, in der auch der Baustein „Vertragsrecht“ abgesichert ist, werden die Kosten eines Vorgehens gegen den Rechtsanwalt oft durch die Rechtsschutzversicherung übernommen.

Was ist für Sie zu tun?

Wenn Ihr Rechtsanwalt eine Pflicht aus dem Mandatsvertrag verletzt hat oder Sie eine solche Pflichtverletzung vermuten, lege ich Ihnen nahe, die Angelegenheit und sich etwaig daraus ergebende Regressansprüche durch andere Rechtsanwälte prüfen zu lassen.

Wir unterstützen Sie gerne bei der Geltendmachung und Durchsetzung von Ansprüchen gegenüber Rechtsanwälten und bieten Ihnen gerne eine kostenfreie Ersteinschätzung an.

Oft hilft einen Zweitmeinung zu ihrem Fall schon weiter!



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