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Porsche Cayenne Rückruf - Porsche AG schreibt Porsche Kunden an, was ist zu tun?

10.29.2017

Autor: Fachanwalt Bank- und Kapitalmarktrecht Karl-Heinz Steffens

Porsche Cayenne Rückruf - Porsche AG schreibt Porsche Kunden an, was ist zu tun?

Mit Schreiben vom 15.09.2017 wendet sich die Porsche AG an Käufer des Porsche Cayenne V6 Diesel.

Im Brief teilt die Porsche AG mit, dass es zu Unregelmäßigkeiten bei zugekauften Komponenten im Bereich der Motorsteuerung gekommen sei.

Man übernehme dafür die Verantwortung und entschuldigt sich bei den Porsche-Kunden.

Dem KBA sei deshalb im Juli 2017 ein Softwareupdate der Motorsteuerung ange-boten worden, welches im Rahmen eines Rückrufs umgesetzt werden soll. Dieses Update liege dem KBA nunmehr vor. Sobald die Freigabe erteilt ist, wird es einen Rückruf geben.

Dies ist, soweit ersichtlich, die erste Nachricht der Porsche AG an Cayenne Kunden.

Die Kanzlei Steffens, warnt Kunden davor, das Update der Porsche AG ohne ein Hinterfragen der Gründe aufspielen zu lassen.

Aus dem Schreiben der Porsche AG wird nicht deutlich, warum überhaupt ein Update aufgespielt werden soll.

Die Porsche AG lässt ihre Kunden in dem Schreiben im Unklaren darüber, was denn bei den zugekauften Komponenten fehlerhaft sein soll.

Es wird nur einfach angekündigt, dass es zu einem Rückruf kommt.

Trifft es zu, dass Porsche an der Abgasbehandlung der Fahrzeuge manipuliert hat, ist es äußerst fraglich, ob allein ein Update ausreicht, den Mangel zu beheben.

Fraglich ist auch, ob durch das Update Nachteile für das hochwertige Fahrzeug entstehen.

In dem Schreiben finden sich dazu keinerlei Ausführungen. Die Käufer des Fahrzeugs werden im Unklaren gelassen.

Auf der Internetseite hingegen teilt die Porsche AG mit, dass das Update nur dann freigegeben werde, wenn es keine nachteiligen Auswirkungen habe.

Nach Angaben von Porsche drohe in jedem Fall der Entzug der Betriebserlaubnis, wenn das Update nicht durchgeführt werde. Das KBA habe den Rückruf ange-ordnet.

Den Erwerbern des Porsche Cayenne ist dringend zu empfehlen, das Update nicht ohne weiteres aufspielen zu lassen und rechtliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Im sogenannten VW Abgasskandal haben sich bei zahlreichen Fahrzeugen Pro-bleme nach dem Update gezeigt. So berichten Fahrer von VW-Modellen, dass sich der Spritverbrauch erhöht hat, dass es zu Ausfällen der AGR Ventile und zu wei-teren Problemen gekommen ist.

Es wurden von Verbraucherschutzanwälten gegenüber Porschezentren und gegenüber der Porsche AG bereits erste Klage vor verschiedenen Landgerichten eingereicht.

Die Erfolgsaussichten sind es sehr gut. Die klagenden Eigentümer der hoch-wertigen Porsche Modelle wollen es nicht hinnehmen, dass ihr Fahrzeug durch ein Update möglicherweise nachteiligen Folgen unterliegt. Sie sollten deshalb auf eine Rückgabe des Fahrzeugs setzen.

Porsche Fahrer müssen zudem wissen, dass die Ansprüche gegen die Porsche AG zum Jahresende 2017 verjähren. Dann ist nichts mehr zu machen.

Auch der Wiederverkauf von Porsche Fahrzeugen dürfte immer schwerer sein!



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