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CFB-Fonds 166: Commerzbank darf Schadensersatz an Anleger zahlen-Urteil Landgericht Berlin Aktenzeichen 10 O 184/15

10.31.2017

Autor: Fachanwalt Bank- und Kapitalmarktrecht Karl-Heinz Steffens

CFB-Fonds 166: Commerzbank darf Schadensersatz an Anleger zahlen

Commerzbank, Schiffsfonds, kick-back, Anwaltskosten

Urteil Landgericht Berlin Aktenzeichen 10 O 184/15

Die Klägerin verlangt Rückabwicklung und Schadensersatz wegen fehlerhafter Kapitalanlageberatung. Sie beteiligte sich 2008 an dem geschlossenen CFB-Schiffsfonds Twins 1 (CFB-Fonds 166). Dieser Schiffsfonds hat den Betrieb von zwei Schiffen zum Gegenstand.

Die von der Klägerin geleistete Einlage für ihre Beteiligung am CFB-Fonds 166 einschließlich Agio beläuft sich auf 15.750 US-Dollar inclusive Agio. . 

Die Anlage wurde von der Klägerin aufgrund vorangegangener Beratung eines Mitarbeiters der Commerzbank AG gezeichnet, der der Klägerin den CFB-Fonds 166 als angeblich geeignete Geldanlage zum Kauf empfahl.

Die Commerzbank war stark in die Zeichnung von Schiffsfonds von CBF Fonds engagiert.

Das Gericht hat eine Falschberatung der Commerzbank zum Schaden der Klägerin festgestellt.

Die Beratung zum Schiffsfonds ist kein Einzelfall. Im Gegenteil:

Leider müssen wir feststellen, dass es etliche weitere Fälle gibt, bei denen Commerzbank-Mitarbeiter ihre Kunden ebenfalls falsch beraten haben.

In vielen Fällen haben die Commerzbank-Kunden dadurch ihr Geld verloren. Es bestehen vielfach aber gute Chancen auf Schadensersatz.

Im aktuellen Fall hat das Landgericht Berlin der Klägerin jetzt Schadensersatz wegen Falschberatung zugesprochen. Die Commerzbank AG wurde verurteilt, an die Klägerin Schadenersatz nebst Zinsen zu bezahlen. Im Gegenzug hat die Klägerin ihre Beteiligung an dem Fonds 166 an die Commerzbank AG zu über-tragen. Das ist ein Ergebnis, was der Commerzbank nich tschmeckt.

Außerdem wurde die Commerzbank AG verurteilt, der Klägerin ihre außergericht-lichen Rechtsanwaltskosten zu erstatten.

Die Commerzbank AG hat – obwohl dies ihre Pflicht gewesen wäre – die Klägerin im Zuge der Beratung nicht darauf hingewiesen, dass und in welcher Höhe sie Provisionen für die Empfehlung zur Zeichnung des CFB-Fonds 166 erhält.

Nach geltender Rechtslage muss eine Bank einen Kunden, dem sie einen Fonds empfiehlt, ungefragt über die Provisionen und deren Höhe informieren, die die Bank für die Fondsvermittlung versprochen erhält. Wenn diese Aufklärungspflicht verletzt wird, kann der Kunde von der Bank Schadensersatz verlangen. So geht die Rechtsprechung zu Kick-back-Zahlungen seit einiger Zeit.

In der vorliegenden Sache erhielt die Commerzbank nicht nur das Agio von 5% bezogen auf die Anlagesumme, sondern noch eine weitere Vermittlungsprovision. Das wurde unserer Mandantin aber nicht mitgeteilt. Selbst aus dem Prospekt ergibt sich diese nicht.“

Das LG Berlin sieht es deswegen als erwiesen an, dass die Klägerin nicht ordnungsgemäß aufgeklärt wurde und hat ihr deswegen den Schadensersatz zugesprochen.

Mit Schreiben vom 28. Dezember 2016 wurden die Anleger des CFB-Fonds 166-Twins 1 (Nautlus Schiffsbetriebsgesellschaft mbH & Co. MS "Nedlloyd Adriana" KG & Naurata Schiffsbetriebsgesellschaft mbH & Co. MS "Nedlloyd Valentina" KG) über den Stand ihrer Beteiligung informiert. Es waren schlechte Nachrichten.

Der im Jahr 2008 emittierte Schiffsfonds investierte knapp 56 Mio. US-Dollar Eigenkapital in den Erwerb zweier gebrauchter Containerschiffe. Erworben wurden die Schiffe von einem Vorgängerfonds, dem CFB 146. Durch den Abschluss eines Festchartervertrages konnte sich der Fonds bisher gut in der Krise behaupten.

Mit Auslaufen der Festcharterverträge im Jahr 2013 musste sich auch die Fonds-gesellschaft der schlechten Marktsituation stellen. Der anhaltend schlechte Chartermarkt in Kombination mit den immernoch vollen Orderbüchern führt nun dazu, dass die Fondsschiffe verkauft werden sollen bzw. müssen.

Bisher erhielten die Gesellschafter lediglich Ausschüttungen in Höhe von 19,5 % des investierten Kapitals. Aufgrund der momentanen wirtschaftlichen Lage auf den Schiffsmärkten und der Tatsache, dass für beide Fondsschiffe noch immer offene Darlehensforderungen bestehen, werden die Anleger vom Verkauf der Schiffe voraussichtlich keine nenneswerten Auszahlungen erwarten können. Es droht ein massiver Kapitalverlust in Höhe von rund 80 % des eingezahlten Kapitals!

Gerade hat das OLG Frankfurt/M. ebenfalls eine Entscheidung zum CFB Fonds 166 getroffen. Sie können Sie auch bei uns lesen!!



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