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Verkauf einer Lebens- oder Rentenversicherung und Abgeltungssteuer

10.31.2017

Autor: FA Bank- und Kapitalmarktrecht RA Steffens Berlin

Schlagworte: Abgeltungssteuer, Verkauf, Lebensversicherung, Rentenversicherung

Verkauf einer Lebens- oder Rentenversicherung und Abgeltungssteuer

Fällt bei einem Verkauf einer Lebens- oder Rentenversicherung Abgeltungssteuer an?

Lebensversicherungen, die vor 2005 abgeschlossen wurden und deren Laufzeit bei einem Verkauf bereits mindestens zwölf Jahre beträgt, dürfen steuerfrei veräußert werden.

Rentenversicherungen, die vor 2005 abgeschlossen wurden und deren Laufzeit bei einem Verkauf bereits mindestens zwölf Jahre beträgt, dürfen steuerfrei veräußert werden.

Die Gewinne aus der Veräußerung von Lebensversicherungsverträgen, die nach 2005 abgeschlossen wurden sowie bei älteren Verträgen mit einer Laufzeit unter zwölf Jahren sind seit Januar 2009 abgeltungssteuerpflichtig.

Die Gewinne aus der Veräußerung von Rentenversicherungsverträgen, die nach 2005 abgeschlossen wurden sowie bei älteren Verträgen mit einer Laufzeit unter zwölf Jahren sind seit Januar 2009 abgeltungssteuerpflichtig.

Die Abgeltungssteuer beträgt 25 % der Kapital­einkünfte, die den Sparer-Pausch­betrag über­steigen. Für Kirchen­steuer­pflich­tige ermäßigt sich nach § 32d EStG (1) der Satz für die Abgeltungs­steuer noch geringfügig.

Der Solidaritäts­zuschlag ist eine Ergänzungs­abgabe und beträgt 5,5 % der Abgeltungssteuer.

Die Kirchensteuer wird nur von Kirchen­steuer­pflich­tigen gezahlt und beträgt aktuell (2017) in Bayern und Baden-Württem­berg 8 %, in den übrigen Bundes­ländern 9 % der Abgeltungssteuer.

In der Summe ergeben sich als Gesamt­belastung (je nach Kirchen­steuer­satz) Steuer­sätze zwischen 26,375 % und 27,995 %, auf die den Frei­betrag über­stei­genden jähr­lichen Kapitalerträge.

Banken und Versicherungen führen die Abgeltungs­steuer direkt an das Finanz­amt ab, wodurch die Einkommen­steuer auf Kapital­erträge für den Steuer­pflichtigen abgegolten ist.

Dies erklärt die Namens­gebung der Abgeltungs­steuer, die 2009 in Deutschland eingeführt wurde.

Es gibt es eine Ausnahme für Steuer­pflichtige, deren indivi­dueller Grenz­steuer­satz ohne Betrachtung der Kapital­erträge unter 25 % liegt. Diese können über die Einkommen­steuer­erklärung am Jahresende eine individuelle statt pauschale Besteuerung dieser Erträge bean­tragen. In diesem Fall hätte man gegebenen­falls weniger Kapital­ertrags­steuer zu zahlen.



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