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Air Berlin meldet Insolvenz an – Geld der Anleger und Fluggäste in Gefahr

11.04.2017

Autor: Fachanwalt Bank- und Kapitalmarktrecht Karl-Heinz Steffens

Schlagworte: Air Berlin, Insolvenz, Anmeldung der Ansprüche beim Insolvenverwalter

Air Berlin meldet Insolvenz an – Geld der Anleger und Fluggäste in Gefahr

Seit Jahren befindet sich Air Berlin im Sinkflug – jetzt ist die Fluggesellschaft hart gelandet. Wie das Unternehmen mitteilte, wurde am 15. August 2017 Insolvenz-antrag beim AG Berlin-Charlottenburg gestellt. Das Insolvenzverfahren soll in Eigen-verwaltung durchgeführt und der bereits eingeleitete Restrukturierungsprozess fort-geführt werden.

Der ohnehin schwache Kurs der Air Berlin-Aktie gab nach dem Bekanntwerden der Insolvenz noch einmal deutlich nach. Von der Insolvenz sind aber nicht nur die Aktionäre, sondern auch die Anleihe-Anleger betroffen. Ihr Geld steht nun im Feuer.

Hintergrund der Insolvenz ist nach Unternehmensangaben, dass der Hauptaktionär Etihad die Fluggesellschaft nicht weiter finanziell unterstützen wird. Daher sehe man keine positive Fortführungsprognose mehr für die Air Berlin PLC, teilt das Unternehmen in einer Pflichtmitteilung mit. Etihad ist nicht nur der Hauptaktionär, sondern auch der größte Gläubiger von Air Berlin.

Air Berlin befindet sich seit Jahren in finanziellen Schwierigkeiten. Der Sinkflug begann bereits 2013 und setzte sich bis heute fort. Alle Bemühungen das angeschlagene Unternehmen wieder auf Kurs zu bringen sind bislang gescheitert.

Nun soll in Eigenverwaltung die Restrukturierung gelingen. Dabei kann davon aus-gegangen werden, dass eine Zerschlagung des Unternehmens droht.

Air Berlin ist nun auf mehrere Gesellschaften mit Flugzeugen und Slots verteilt worden. Es flossen Gelder an das Unternehmen.

Von der Insolvenz sind nicht nur die Arbeitnehmer und Fluggäste, sondern natürlich auch die Gläubiger der Air Berlin betroffen.

Dazu zählen auch die Anleger der diversen Anleihen, die Air Berlin in den vergangenen Jahren emittiert hat. Sie müssen im Insolvenzverfahren mit erheblichen finanziellen Verlusten rechnen. Denn auch wenn der Verkauf einzelner Unternehmensanteile gelingt, ist nicht davon auszugehen, dass die Insolvenz-masse ausreichen wird, um die Forderungen aller Gläubiger vollauf zu befriedigen.

Dennoch sollten die Forderungen zur Insolvenztabelle natürlich angemeldet werden, sobald das reguläre Insolvenzverfahren eröffnet ist.

Darüber hinaus können die Anleger aber auch Schadensersatzansprüche prüfen lassen. Diese können entstanden sein, wenn sie vor der Zeichnung der Papiere nicht über die bestehenden Risiken und insbesondere nicht über das Totalverlust-Risiko aufgeklärt wurden. Ebenso können die Emissionsprospekte geprüft werden. Sollten diese fehlerhaft sein, können auch daraus Schadensersatzansprüche erwachsen. Das könnte auch für die Aktionäre interessant sein.

Letzendlich sind viel Tausende Flufgäste betroffen, die auf den bezahlten Geldern für Flugtickets sitzen bleiben. Air Berlin hat nun die Flüge storniert. Es bleibt nur die Anmeldung zur Insolvenztabelle.

Wir beraten udn vertrten sie gern. Kanzlei Steffen sin Berlin - E-Mail: Kanzlei.steffens@berlin.de



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