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Gewerbeverzeichnis Regional SRL Budapest/München versendet Trickformulare an Gewerbetreibende in ganz Deutschland

11.04.2017

Autor: Fachanwalt Bank- und Kapitalmarktrecht Karl-Heinz Steffens

Schlagworte: Gewerbeverzeichnis, Abo-Falle

Trickformulare: Gewerbeverzeichnis Regional SRL Budapest/München versendet Trickformulare an Gewerbetreibende in ganz Deutschland

Die Trickformulare sind mit den folgenden Schriftzügen überschrieben:

„Gewerbeverzeichnis Bayern“
„Gewerbeverzeichnis Baden-Württemberg“
„Gewerbeverzeichnis Saarland“
„Gewerbeverzeichnis Rheinland-Pfalz“
„Gewerbeverzeichnis Sachsen“
„Gewerbeverzeichnis Thüringen“
„Gewerbeverzeichnis Hessen“
„Gewerbeverzeichnis Nordrhein-Westfalen“
„Gewerbeverzeichnis Sachsen-Anhalt“
„Gewerbeverzeichnis Berlin“
„Gewerbeverzeichnis Brandenburg“
„Gewerbeverzeichnis Niedersachsen“
„Gewerbeverzeichnis Bremen“......

Unternehmen aufgepasst. Wer dieses Formular vorschnell unterschreibt, soll hohe  1.884,96 € für einen Eintrag im Gewerbeverzeichnis bezahlen.

Doch bei dem gewerbeverzeichnis-regional.net handelt es sich um kein behörd-liches Angebot. Wir erklären, wo die Falle lauert und ob Sie zahlen müssen, falls Sie versehentlich unterzeichnet haben.

Haben Sie schon einmal von der sogenannten Branchenbuchabzocke gehört? Davon spricht man, wenn dubiose Geschäftemacher Sie trickreich in einen Vertrag für den Eintrag in ein Branchenverzeichnis locken.

Entweder erhalten Sie Angebote, die wie Rechnungen aussehen, und lösen den Vertrag durch die Zahlung aus. Oder die Firmen nutzen die Korrektur-Masche. Dabei erhalten Sie ein Anschreiben, welches den Eindruck erweckt, von einer Be-hörde zu stammen. Wer das Kleingedruckte nicht liest und vorschnell seine Daten überprüft und unterzeichnet, landet in der Kostenfalle.

Das Branchenverzeichnis gewerbeverzeichnis-regional.net aus Rumänien versendet derzeit per Fax solche Korrektur-Schreiben, die auf den ersten Blick nicht wie ein Auftrag oder Vertrag aussehen.

Wer hier unterzeichnet, soll für den Zeitraum von zwei Jahren insgesamt 1.884,96 € bezahlen. Wir warnen vor der Masche. Unterzeichnen Sie nur, wenn Sie den Eintrag zu diesen Konditionen wirklich möchten. 

Bei diesem Fax kommt es auf das Kleingedruckte an, was für Unternehmer sehr teuer werden kann.

Das Angebot für den teuren Eintrag in einem vergleichsweise geringwertigen Branchenbuch kommt unaufgefordert per Fax. In bekannter Manier haben die Macher des Verzeichnisses ihr Angebot trickreich gestaltet. Wer im stressigen Alltag das Blatt nur überfliegt, kann schnell den Eindruck gewinnen, dass es sich um ein behördliches Schriftstück handelt. Prominent dargestellt ist, dass der Empfänger seine Firmendaten überprüfen und gegebenenfalls ergänzen soll.

Deutlich kleiner ist der Absender zu finden und nur in dem Kleingedruckten lesen Sie, dass es sich um ein Angebot handelt. Am Rand des dubiosen Schreibens steht dann auch etwas zu den Kosten:

Eintragungsgebühr monatlich 66 € netto. Die Laufzeit beträgt zwei Jahre.

Nur im Kleingedruckten steht, dass die Kosten für einen Zeitraum von 12 Monaten im Voraus fällig werden. 

Darf das Angebot unaufgefordert per Fax versendet werden?

Grundsätzlich ist die Kontaktaufnahme mit einem Unternehmen per Telefax zur Anbahnung eines Kontaktes oder zur Unterbreitung eines Angebots nicht zulässig. Denkbar ist, dass dem Faxempfänger sogar Unterlassungsansprüche oder Schadenersatzansprüche zustehen.

Die IHK Stuttgart führt dazu auf ihrer Webseite aus:

[…] nach § 7 des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) gilt es als wettbewerbswidrig, wenn an Privatpersonen oder Firmen unerwünschte Telefaxe ohne vorheriges ausdrückliches Einverständnis des Empfängers geschickt werden. Unaufgefordert zugesandte Werbemitteilungen können daher nach § 3 UWG bzw. §§ 823, 1004 analog Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) grundsätzlich Unterlassungs- und gegebenenfalls auch Schadensersatzansprüche gegen die Versender der Mitteilungen auslösen. […] IHK Stuttgart

Allerdings dürfte es im Fall von gewerbeverzeichnis-regional.net eher schwierig werden, diese Ansprüche durchzusetzen. Das Unternehmen hat als Sitz eine Adresse in Bukarest in Rumänien angegeben.

Obwohl die Rechtslage in Deutschland recht eindeutig ist, haben die Unternehmen kaum Chancen erfolgreich auf dem Rechtsweg gegen den Spam aus dem Ausland vorzugehen.

Das sieht auch die IHK Stuttgart so:

[…] Schwierig gestaltet sich die Rechtsverfolgung, wenn die Faxe aus dem Aus-land stammen oder der inländische Absender nicht erkennbar angegeben wird. Trotz eindeutiger Rechtslage im Inland ist es also rein faktisch kaum möglich, der Flut der ausländischen Werbefaxe wirksam zu begegnen. […] IHK Stuttgart

Letztlich sind diese Schriftstücke also am schnellsten bearbeitet, wenn Sie diese direkt in den Papierkorb werfen. Die Macher der Faxmitteilungen setzen jedoch darauf, dass schnell unterzeichnet und zurückgesendet wird. Dann wird die Rechnung nicht lange auf sich warten lassen.

Müssen Sie die Rechnung bezahlen, wenn Sie unterschrieben haben?

Auf gar keinem Fall sollten Sie derartige Rechnungen ungeprüft und voreilig be-zahlen, wenn Sie versehentlich unterzeichnet haben.

Häufig ist es so, dass Sie gar keinen Vertrag abschließen wollten und arglistig getäuscht wurden. Vielmehr haben Sie im Glauben an einen behördlichen Datenabgleich überprüft und unterzeichnet. Rechtsanwalt Karl-Heinz Steffens ist wie in vergleichbaren Fällen folgender rechtlicher Auffassung:

[…] Ist das Geld noch nicht überwiesen worden, sollte auch weiterhin nicht gezahlt werden. Auf Zahlung des in Rechnung gestellten Betrags hat das Branchen-buchunternehmen nämlich keinen Anspruch. […] Rechtsanwalt Karl-Heinz Steffens

Allerdings sollten Sie nie die Sache auf sich beruhen lassen. iund die Rechnung in  Mit Blick auf den recht hohen Betrag lohnt es sich unter Umständen rechtlichen Rat bei einem Rechtsanwalt einzuholen und zu besprechen, wie gegen die For-derung vorzugehen ist. Das ist letztlich immer vom Einzelfall abhängig.

Aus unserer Erfahrung in vergleichbaren Fällen ist es immer schwer, einmal überwiesenes Geld zurückzuholen. Das trifft vor allem dann zu, wenn das Geld in das Ausland transferiert wurde. 

Aber es ist auch so, dass die Unternehmen Die Firmen aus dem Ausland verklagen. Sie haben dann Probleme sich vertreten zu lassen!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Passen Sie genau auf.

Gewerbetreibende sollten sich anwaltlich vertreten lassen um nicht in die Abo-Falle zu tappen. Es wird dann einfach teuer.

Wenden Sie sich umgehend an die Kanzlei Steffens, Berlin, E-mail: Kanzlei.steffens@berlin.de, wir beraten Sie in der Angelegenheit.



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