Verjährung von Ansprüchen zum 31.12.2015

12.20.2015

Schlagworte: Bankrecht,Bausparverträge,Kreditrecht

Der 31. Dezember ist für geschädigte Kapitalanleger ein besonderes Datum. Haben sie bis dahin ihre möglichen Schadensersatzansprüche nicht geltend gemacht, droht die Verjährung.

„Damit die Verjährung möglicher Schadensersatzansprüche nicht zum Jahresende einsetzt, sollten jetzt verjährungshemmende Maßnahmen ergriffen werden“, sagt . Anlegerschutzanwalt und Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht Karl-Heinz Steffens aus Berlin. .

Viele Kapitalanleger mussten in den vergangenen Jahren erleben, dass ihre Geldanlagen nicht so sicher und renditestark waren, wie sie sich erhofft hatten. Finanztest berichtete darüber gerade ausführlich. Finanzielle Verluste für die Anleger sind die Folge. „In vielen Fällen können die Anleger aber auch Schadensersatzansprüche geltend machen. Allerdings können diese Forderungen zum Jahresende verjähren“, so Rechtsanwalt Karl-Heinz Steffens.

Zu beachten sind zwei unterschiedliche Verjährungsfristen.

Bei der kenntnisunabhängigen zehnjährigen Verjährungsfrist verjähren die Ansprüche auf den Tag genau. In diesen Fällen ist der 31. Dezember nicht das entscheidende Datum.

Anders sieht es bei der kenntnisabhängigen dreijährigen Verjährungsfrist aus. Hier müssen geschädigte Anleger ihre Ansprüche spätestens drei Jahre nach Kenntnis zum Jahresende geltend machen. Kenntnis bedeutet, dass der Anleger von den schadensersatzbegründenden Umständen wusste oder ohne grobe Fahrlässigkeit hätte wissen müssen.

Hatte ein Anleger z.B. im Juni 2012 Kenntnis von seinem Anspruch auf Schadens-ersatz, so muss er seinen Anspruch spätestens am 31. Dezember 2015 geltend gemacht haben. Die Kenntnis ist dabei nicht mit dem Zeitpunkt der Beteiligung an der Geldanlage zu verwechseln. „Das Jahresende steht schon vor der Tür. Daher empfiehlt es sich in diesen Fällen verjährungshemmende Maßnahmen zu ergreifen, damit der Anspruch nicht erlischt“, erklärt Rechtsanwalt Steffens.

Eine verjährungshemmende Maßnahme ist z.B. der Güteantrag bei einer Güteantragsstelle. Dieser muss allerdings bestimmte Kriterien erfüllen. So muss er nach der Rechtsprechung des BGH ausreichend individualisiert werden. Dazu gehören Angaben zur Kapitalanlage, zum Hergang der Beratung, zum Beratungs-zeitraum und zum angestrebten Verfahrensziel. Güteanträge, die diese Anforder- ungen nicht erfüllen, schlagen fehl und die Verjährung der Ansprüche setzt zum Jahresende ein.

Wenn es um die Verfolgung möglicher finanzieller Ansprüche aus einer Kapitalanlage geht, ist qualifizierter Rechtsbeistand durch einen Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht von entscheidender Bedeutung.



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