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KTG Agrar SE insolvent – rechtliche Möglichkeiten der Kapitalanleger der Anleihen

07.07.2016

Autor: FA Bank- und Kapitalmarktrecht RA Steffens Berlin

Schlagworte: Anleihen,Schadensersatz

KTG Agrar SE insolvent – rechtliche Möglichkeiten der Kapitalanleger der Anleihen

Dieses Ende war zu erwarten. Am 5. Juli hat die KTG Agrar SE Insolvenz bean- tragt. Dem Antrag auf ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung hat das AG Ham- burg nach Unternehmensangaben stattgegeben. Für die Kapitalanleger geht es jetzt nicht mehr um ausbleibende Zinszahlungen von einem Zinstermin, sondern um ihre gesamte Investition.

Die Zinsen für die Anleihe Biowertpapier II in Höhe von ca. 18 Millionen Euro hätten spätesten am 6. Juli gezahlt werden müssen.

Dazu war die KTG Agrar SE nicht in der Lage. Am 5.7.2016 zog sie die Konsequenzen und beantragte die Insolvenz in Eigenverwaltung.

Wie das Unternehmen mitteilt, werde das operative Geschäft fortgeführt. Zudem solle ein Restrukturierungskonzept zur Fortführung der Unternehmensgruppe unter enger Einbeziehung der Gläubiger erstellt werden.

Die Anleger müssen sich auf geänderte Bedingungen bei der Anleihe einstellen  und voraussichtlich z.B. Zinsstundungen, Zinskürzungen oder längere Laufzeiten in Kauf nehmen. Das alles bei der relativ völligen Unsicherheit, ob eine nachhaltige Sanierung  überhaupt gelingt!

Jetzt konnte KTG Agrar nicht einmal die fällige Zinszahlung leisten. Im Juni 2017 ist die Anleihe Biowertpapier II, Volumen 250 Millionen Euro, zur Rückzahlung fällig.

Zwischendurch müssten im Oktober 2016 Zinsen für die Anleihe Biowertpapier III gezahlt werden.

"Die Sanierung wird ohne Einschnitte für die Anleger wohl kaum zu leisten sein“, befürchtet Rechtsanwalt und Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht Steffens von der Kanzlei Steffens in Berlin.

Durch die Insolvenz ist die wirtschaftliche Lage für die Kapitalanleger dramatischer geworden. Von der Insolvenz sind die Anleger beider Anleihen betroffen.

Allerdings haben die Kapitalanleger die Möglichkeit, die Schuldverschreibung zu kündigen. Laut Vertragsbedingungen ist dies möglich, wenn

- die Zinsen nichts spätestens 30 Tage nach Fälligkeit gezahlt wurden oder

- wenn ein Insolvenzverfahren eröffnet bzw. von der Emittentin beantragt wurde.

Die Kündigung kann nach wie vor sinnvoll sein. Dann bleiben die Forderungen bestehen. Von möglichen Änderungen der Anleihebedingungen wären die Kapital- anleger nach der Kündigung dann nicht betroffen“, so Rechtsanwalt Steffens.

Sollte es zur Eröffnung eines Insolvenzverfahrens kommen, können die Anleger ihre Forderungen beim Insolvenzverwalter anmelden. Oft gibt es dann nur eine Quote von ca. 3- 8 % der anlagesumme.

Darüber hinaus kann auch geprüft werden, ob Ansprüche auf Schadensersatz geltend gemacht werden können“, sagt Rechtsanwalt Steffens. Hier wird der Kapitalanleger besser entschädigt.



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