Nordcapital mit Schiffsfonds Offshore Fonds 4 von 2009 mit Problemen

08.04.2016

Autor: FA Bank- und Kapitalmarktrecht RA Steffens Berlin

Schlagworte: schiffsfonds

Der Ölpreis fällt wieder. Was den normalen Verbraucher freut, bringt andere in wirtschaftliche Nöte. Insbesondere der Schiffsfonds Nordcapital Offshore Fonds 4 ist offenbar vom Preisverfall betroffen.

Folglich sollen die Anleger nun rund 2,4 Millionen Euro in Form von fest verzinsten Darlehen nachschießen. Alternative dazu könnte nur ein Notverkauf der beiden Fondsschiffe sein, der aber voraussichtlich zu erheblichen Verlusten führen würde.

Nordcapital hatte den Offshore Fonds 4 erst 2009 aufgelegt und rund 47,6 Millionen Euro Eigenkapital eingesammelt. Die Anleger konnten sich mit einer Mindest- summe von 15.000 Euro beteiligen.

Die Fondsgesellschaft investierte in die zwei Schiffe

  • Plattformversorgungsschiff MS E.R. Athina und
  • Plattformversorgungsschiff MS E.R. Georgina.

Der Verfall des Ölpreises hat zwangsläufig zu einer sinkenden Nachfrage nach Plattformversorgungsschiffen und somit zu sinkenden Charterraten geführt.

Das bringt die Fondsgesellschaft Offshore Fonds 4 nun offenbar in große wirtschaftliche Schwierigkeiten.

Um die Liquidität zu sichern, wurde ein Sanierungskonzept mit der finanzierenden Bank und der Reederei erstellt. In dem Sanierungskonzept haben beide Seiten Opfer zu bringen.

So ist die Bank zu einer befristeten Stundung der Tilgungsraten bereit. Allerdings sollen die Anleger auch ihren Teil zur Rettung des Schiffsfonds beitragen und Darlehen in Höhe von insgesamt 2,4 Millionen Euro gewähren, die mit 6 Prozent p.a. fest verzinst sind.

Sollte nach dem Verkauf der Schiffe und Tilgung der Verbindlichkeiten noch etwas übrigbleiben, könnten die Anleger auch auf eine Bonusverzinsung hoffen.

Für die Anleger in den Schiffsfonds ist die Situation schwierig und angesichts des schwierigen Marktumfelds müssen sie wohl mit Verlusten rechnen. Um das zu vermeiden, können sie ihre rechtlichen Möglichkeiten prüfen lassen!

Dazu gehört die Geltendmachung von Schadensersatzansprüchen. Ansatzpunkt dafür kann eine fehlerhafte Anlageberatung sein. Obwohl sich die Handelsschifffahrt schon seit Jahren in einer schweren Krise befindet, wurden Beteiligungen an Schiffsfonds in den Anlageberatungsgesprächen oft als sichere Geldanlage darge- stellt.

Dabei handelt es sich in aller Regel um hoch spekulative Anlagen mit einem Total- verlust-Risiko für die Anleger.

Im Rahmen einer ordnungsgemäßen Anlageberatung hätten die Anleger auch über die Risiken umfassend aufgeklärt werden müssen. Wurden die Risiken verschwie- gen oder nur unzureichend erläutert, kann Schadensersatz geltend gemacht werden.

Schließlich hätten die vermittelnden Banken, Sparkassen und Volksbanken ihre teilweisen hohen Provisionen nicht verschweigen dürfen. Nach der Rechtsprechung des BGH dürfen diese sog. Kick-backs nicht verschwiegen werden. Dies ist ein weitere Ansatzpunkt für Schadenersatzklagen.

Wenn es um die Verfolgung oder die Abwehr möglicher finanzieller Ansprüche aus einer Kapitalanlage geht, ist qualifizierter Rechtsbeistand durch einen Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht von entscheidender Bedeutung. Die Kanzlei Steffens empfiehlt betroffenen Anlegern, ihre Ansprüche, die sich sowohl aus einer fehlerhaften Anlageberatung, fehlerhaften Darstellungen im Emissionsprospekt oder aus vielen anderen Gründen ergeben können, von einer auf kapitalmarktrecht spezialisierten Kanzlei prüfen zu lassen.

Für einen Überblick über Schiffsfonds wird das Praxishandbuch Schiffsfonds von Rechtsanwalt und Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht empfohlen.

 



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