„MTV II British Life GmbH & Co. KG“ sowie „NORDCAPITAL Offshore Fonds 4 GmbH & Co. KG“

09.11.2017

Autor: FA Bank- und Kapitalmarktrecht RA Steffens Berlin

Schlagworte: Schiffsfonds, Urteil

Der Anleger zeichnete in den Jahren 2005 sowie 2009 die geschlossenen Be-teiligungen „MTV II British Life GmbH & Co. KG“ sowie „NORDCAPITAL Offshore Fonds 4 GmbH & Co. KG“ für insgesamt 52.000 EUR. Diese Anlagen wurden ihm trotz seiner Anlageziele Sicherheit, Kapitalerhalt und Verfügbarkeit, durch einen Berater der Postbank Finanzberatung AG verkauft. Erfahrungen mit geschlossenen Fonds hatte der Mandant nicht.

Ein geschlossener Fonds widerspricht den Anlagezielen bereits grundsätzlich, weil eine unternehmerische Beteiligung. Geschlossene Fonds sind mit erheblichem Fremdkapital finanziert und unterliegen dem totalen Ausfallrisiko. Sie sind deutlich risikoreicher als Aktien und Aktienfonds.

Im Oktober 2016 urteilte das LG Hannover teilweise zugunsten des Mandanten.

Das Oberlandesgericht Celle stellte nun in seinem Urteil fest, dass der Berater der Postbank Finanzberatung AG den Mandanten nicht ausreichend über die Risiken beider geschlossener Beteiligungen aufgeklärt hat.

Ein Anlageberater muss in Bezug auf das Anlageobjekt rechtzeitig, richtig und sorgfältig, dabei für den Kunden verständlich und vollständig beraten. Insbesondere muss er den Interessenten über die Eigenschaften und Risiken unterrichten, die für die Anlageentscheidung wesentlich Bedeutung haben oder haben können (st. Rspr., vgl. z. B. BGH, Urteil vom 4. Dezember 2014 – III ZR 82/14, juris Rn.9).

Neben der Auszahlung seiner Anlagesumme, abzüglich erfolgter Ausschüttungen, und Zinsen wird der Mandant von allen Schäden und Nachteilen – insbesondere Rückanforderungsansprüchen nach § 172 Abs. 4 HGB, freigestellt.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, wir werden weiter berichten.

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