FHH Fonds Nr. 40 MS „Antofagasta“ GmbH & Co. KG ist insolvent

10.10.2017

Autor: FA Bank- und Kapitalmarktrecht RA Steffens Berlin

Schlagworte: Schiffsfonds,Insolvenz, Schadenersatz, Rückzahlung von Ausschüttungen

FHH Fonds Nr. 40 MS „Antofagasta“ GmbH & Co. KG ist insolvent

Der geschlossener Schiffsfonds (FHH Fonds Nr. 40 MS „Antofagasta“ GmbH & Co. KG ) ist in Insolvenz. Es ist beim Amtsgericht in Hamburg ein vorläufiges Insolvenz-verfahren über das Vermögen des Schiffsfonds FHH Fonds Nr. 40 MS „Anto-fagasta“ GmbH & Co. KG anhängig.

Der Fonds, der in ein Vollcontainerschiff der sog. Panamax-Klasse investiert hat, verdient mit dem Schiff schon zu lange nicht mehr das Geld, was in Prospekt prognostiziert worden war. Es rewichte für die Begleichung der laufenden Kosten zwingend nicht. Nicht nur Mannschaft, Wartung und Treibstoff wollen bezahlt werden. Es müssen hohe laufende Darlehensverbindlichkeiten bedient werden.

Das vorläufige Insolvenzverfahren ist eine Hiobsbotschaft für die zahlreichen Anleger. Sie haben sich oft auf Ratschlag des Anlageberaters ihres Vertrauens an dem Schiffsfonds beteiligt haben.

In zahlreichen Fällen ohne sich völlig darüber im Klaren zu sein, welche Risiken mit der Zeichnung einer solchen Schiffsbeteiligung verbunden sind. Nun müssen sie erfahren, dass diese Risiken bis hin zu einem Totalverlust des eingesetzten Kapitals reichen können.

Für die Anleger des Fonds stellt sich die Frage, welche rechtlichen Möglichkeiten sich Ihnen bieten. Im Einzelfall kommen Ansprüche wegen fehlerhafter Anlage-beratung in Betracht.

Ansprüche sind gegen den Berater oder das Beratungsunternehmen bzw. die Bank gerichtet, welche die Zeichnung des Schiffsfonds angeraten haben. Sie sind darauf gerichtet, den Erwerb der Schiffsbeteiligung rückabzuwickeln, also den Anleger so zu stellen, als hätte er die Beteiligung nie erworben.

Anlageberater müssen ihre Empfehlung zum einen daran ausrichten, welche Ziele und Wünsche der Anleger mit einer Geldanlage verfolgen möchte. Wenn der Anleger z.B. eine sicheren Anlage zur Altersvorsorge sucht, könnte die Empfehlung zur Zeichnung eines geschlossenen Schiffsfonds juristisch zu beanstanden sein. Die Empfehlung könnte nicht anlegergerecht gewesen sein, da diese Fonds Risiken aufweisen, die bis hin zu einem Totalverlust des eingesetzten Kapitals reichen.

Folge: Schadensersatzansprüche gegen den Berater kommen in Betracht.

Zum anderen müssen Anlageberater vor der Zeichnung auf die mit der Anlage verbundenen Risiken hinweisen. Neben dem Totalverlustrisiko ist darüber aufzu-klären, dass man u. U. vor Ende der Laufzeit der Beteiligung an das eingesetzte Kapital nicht herankommt, weil ein geregelter Markt für derartige Schiffsbe-teiligungen fehlt und man daher nur schwer oder gar nicht einen Käufer für die Beteiligung findet.

Schließlich ist auf das Risiko hinzuweisen, dass der Anleger Ausschüttungen mög-licher Weise noch Jahre nach deren Erhalt zurückzuzahlen hat, falls diese nicht aus Gewinnen gezahlt wurden, sondern sie rechtlich als sog. verdeckte Einlagenrück-gewähr zu qualifizieren sein sollten. Gerade dies kann für Anleger im Insolvenzfall zu einem großen Problem werden.

Wurde die Beteiligung von einer Bank, Sparkasse oder Volksbank  zur Zeichnung empfohlen, so musste diese darüber hinaus ungefragt über sogenannte Kick-back-Zahlungen informieren, die sie ohne Wissen der Anleger für die Vermittlung der Fondsbeteiligung als Provision vereinnahmt hat.

Wurde über einen der vorgenannten Punkte nicht aufgeklärt, so kommen ebenfalls Schadensersatzansprüche gegen den Berater bzw. das dahinter stehende Beratungsunternehmen / die Bank, Sparkasse oder Volksbank in Betracht.

Rechtsanwalt Karl-Heinz Steffens weist darauf hin, dass Anleger, die sich falsch beraten sehen, nicht zögern sollten, das Bestehen von Ansprüchen zeitnah prüfen und durchsetzen zu lassen.

Spätestens auf den Tag genau 10 Jahre nach Erwerb des Schiffsfonds tritt die absolute Verjährung der geschilderten Schadensersatzansprüche ein.

Unter Umständen übernehmen bestehende Rechtsschutzversicherungen die mit der Anspruchsprüfung und –durchsetzung verbundenen Kosten.

Lassen Sie sich von der Kanzlei Steffens beraten. Wir sind ausgewiesene Experten, die die "Praxishandbuch Schiffsfonds" herausgebracht haben. Auf 520 Seiten sind alle Probleme mit Schiffsfonds abgehandelt.



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