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MS „BBC Colorado“ der W. Bockstiegel GmbH & Co. Reederei ist dem Ziel hinterhergefahren

10.19.2017

Autor: FA Bank- und Kapitalmarktrecht RA Steffens Berlin

Schlagworte: Schiffsfonds, Versammlung

MS „BBC Colorado“ der W. Bockstiegel GmbH & Co. Reederei ist dem Ziel hinterhergefahren

Die Anleger der W. Bockstiegel GmbH & Co. Reederei KG MS „BBC Colorado“ haben wenig Ausschüttungen erhalten. Dies ist wenig erfreulich für die Anlegerin den Schiffsfonds, waren laut Emissionsprospekt bis einschließlich 2017 Zahlungen in Höhe von 71 % prognostiziert worden. Insgesamt sollten die Anleger Aus-zahlungen in Höhe von 290,56 % der KG-Einlage erhalten.

Angesichts der aktuellen Situation des Schiffsfonds ist verständlich, dass sich das Investment für die Anleger als Verlustgeschäft erweisen wird.

Im Juni 2017 wurde den Anlegern mitgeteilt, dass das Schiff verkauft wurde und eine Rückführung der Gesellschaftereinlagen ausgeschlossen sei.

Diese besorgniserregenden Entwicklungen im Fonds haben nun dazu geführt, dass eine Vielzahl von Anlegern bei der Fondsgeschäftsführung die Einberufung einer außerordentlichen Gesellschafterversammlung beantragt hat. Es soll ein Sonderprüfer bestellt. werden.

Der Sonderprüfer soll das Handeln der Geschäftsführung und des Beirats bei der Kapitalerhöhung in 2014 überprüfen. Dann soll er die Gesellschafter über die Ergebnisse der Untersuchung informiert zu halten. 

Zu diesem Zwecke soll die Geschäftsführung verschiedene unabhängige Experten kontaktieren, die sich den Gesellschaftern auf einer Gesellschafterversammlung präsentieren können. Die Auswahl des am besten geeigneten Bewerbers soll dann von den Gesellschaftern selbst vorgenommen werden.

Im März 2014 wurde den Anlegern mitgeteilt, dass sich Beirat und Geschäftsführ-ung darauf verständigt hätten, dass eine Kapitalerhöhung erforderlich sei.

Beim Scheitern der Kapitalerhöhung sei die Gesellschaft nicht mehr in der Lage, die schon gestundeten Tilgungs- und Zinsleistungen zu leisten.

Deshalb wurde dann im Juli/August 2014 eine Eigenkapitalerhöhung i. H. v.  maxi-mal 1,6 Mio. EUR beschlossen. Aktuell stellt sich die Frage, ob ein Verkauf des Schiffes nicht gleich der bessere Weg gewesen wäre.

Kontinuierlich fallende Charterraten

Schließlich sind laut den Geschäftsberichten des Schiffsfonds die tatsächlich erzielten Charterraten von 2011 bis 2014 kontinuierlich gefallen, sodass schon in diesen Jahren keine Gewinne erwirtschaftet werden konnten. Das deckt sich auch mit der akuellen Lage am Chartermarkt.

Hieran änderte sich auch unmittelbar nach der Kapitalerhöhung nichts, die Charterraten fielen in 2015 zeitweilig sogar auf lediglich USD 7.700.

Somit verwundert nicht, dass sich die Verbindlichkeiten der Gesellschaft gegenüber Kreditinstituten in den Jahren 2014 und 2015 sogar noch erhöhten

Es dürfte damit auf der Hand liegen, dass die angeblichen „lukrativen Marktchan-cen“, mit der die Kapitalerhöhung in 2014 schmackhaft gemacht wurde, auch bei näherer Betrachtung nicht erkennbar sind.

Vielmehr fragt sich, wodurch die Einschätzung gegenüber den Anlegern gerecht-fertigt war, dass den Chancen der Kapitalerhöhung lediglich „relativ geringe“ Risiken gegenüber standen.

Beim Ergebnis weist der Jahresabschluss 2015 ein negatives Eigenkapital aus.

Aufgrund der anhaltend niedrigen Charterraten und den damit zu niedrigen Um-satzerlösen konnten die hohen Aufwendungen des Schiffsfonds somit nicht kompensiert werden.

Bündelung der Anlegerinteressen

Die Kanzlei Steffens aus Berlin würde für das gemeinsame Interesse der Anleger der W. Bockstiegel GmbH & Co. Reederei KG MS „BBC Colorado“ kämpfen. Es müssen die Probleme des Schiffsfonds aktiv angegangen werden.

Nach dem Gesellschaftsvertrag der Fondsgesellschaft muss die Geschäftsführung dem Ansinnen der Anleger nachkommen, wenn genügend Anleger eine Gesell-schafteversammlung fordern. Nachdem das hierzu erforderliche Quorum erreicht war, hat die Wirtschaftskanzlei Mutschke aktuell die Einberufung einer außerordentlichen Gesellschafterversammlung beantragt.

Die Kanzlei Steffens ist mit Fachanwalt Karl-Heinz steffens gut aufgestellt. Herr RA Steffen sist Herausgeber des Praxishandbuchs Schiffsfonds, auf dem auf über 500 Seiten alle Probleme von Schiffsfonds dargestellt und erläutert wurden.

 



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