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Die Krise der Schiffsindustrie - Schiffsfonds betroffen!

10.24.2017

Autor: FA Bank- und Kapitalmarktrecht RA Steffens Berlin

Schlagworte: Schiffsfonds,Praxishandbuch Schiffsfonds, Provisionen

Die Krise der Schiffsindustrie - Schiffsfonds betroffen!

Ver­gleich­bar mit der Immo­bi­li­en­bla­se wur­den bei Schiifen enor­me Über­ka­pa­zi­tä­ten auf­ge­baut. Es wur­den um das Jahr 2008 deut­lich mehr Schif­fe gebaut und finan­ziert, als über­haupt benö­tigt. Das führt dazu, dass sich die Schif­fe unter­ein­an­der einen star­ken Wett­be­werb lie­fern und die Char­ter­ra­ten zu Dumping-Preisen ange­bo­ten wer­den müs­sen, um über­haupt Auf­trä­ge zu bekom­men (ab 2008 täg­li­che Char­ter­ra­ten von 30.000 $ run­ter auf 10.000 $).

Im bes­ten Fal­le kön­nen die Schif­fe gera­de ein­mal ihre Kos­ten ein­fah­ren. Von den erwar­te­ten Gewin­nen sind die meis­ten Schif­fe weit ent­fernt. Die Welt­wirt­schafts­kri­se ab 2008 trägt zu die­ser Ent­wick­lung bei, ist aber nicht - wie die meis­ten Schiffs-fondsgesellschaften behaup­ten - der allei­ni­ge Aus­lö­ser der Krise.

Die­se Ent­wick­lung auf dem Schifffahrtsmarkt war für Bran­chen­ken­ner wohl schon seit eini­ger Zeit (2003) deut­lich erkenn­bar, trotz­dem wur­de gegen­über Anle­gern noch die Wett­be­werbs­la­ge vor eini­gen Jah­ren als posi­tiv dar­ge­stellt und die sich bereits in Pro­duk­ti­on befind­li­che Kon­kur­renz schlicht ausgeblendet. Es war eben auch ein gutes Geschäft Fonds mit Schiffen auf den Markt zu bringen.

Dass vie­le Ban­ken, Sparkassen udn Volks- und Raiffeisenbanken sowie freie Ver­mitt­ler ihren Anle­gern die Schif­fe emp­foh­len hat­ten, beruht jedoch nicht nur auf der sehr guten Selbst­dar­stel­lung der Schiff­fonds. Es beruhte zu einem gro­ßen Teil auch dar­auf, dass die Ban­ken erheb­li­che Pro­vi­sio­nen für die Ver­mitt­lung von Schiffs­fonds erhal­ten haben. Bis zu 17 % des ein­ge­zahl­ten Kapi­tals als Pro­vi­si­on waren hier kei­ne Sel­ten­heit.

Gera­de die­se Pro­vi­sio­nen, soge­nann­te Kick-Back sind es aber, die den Ban­ken nun zu schaf­fen machen. Wur­de der Anle­ger nicht über die von der Bank oder Spar­kas­se erhal­te­nen Pro­vi­sio­nen auf­ge­klärt oder über die Risi­ken einer Schiffs­be­tei­li­gung informiert, muss die Bank oder der Bera­ter die Anla­ge rück­ab­wi­ckeln und den Anle­ger schad­los stellen. Insbesondere ab Provisionen über 15 % Prozent greift dann auch die Rechtsprechung der Gerichte ein.

Quelle: Dr. G. Hitz­ges, DAKS e.V. - Verbraucherschutzverein in Berlin

Zu den Schiffsfonds wird auch das "Praxishandbuch Schiffsfonds" empfohlen.



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