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HSC Aufbauplan VII Schiff: Urteil für geschädigte Anleger gegen Telis Finanz

10.28.2017

Autor: Fachanwalt Bank- und Kapitalmarktrecht Karl-Heinz Steffens

Schlagworte: Schiffsfonds, HSC Aufbaiplan VII Schiff, Schadenersatz

HSC Aufbauplan VII Schiff: Urteil für geschädigte Anleger gegen Telis Finanz

Urteil vom 12.10.2017 hat das LG Kempten die Telis Finanz Vermittlung AG auf Schadenersatz und Rückabwicklung der Beteiligungen des Klägers an der HSC Aufbauplan VII Schiff GmbH & Co. KG verurteilt.

In dem Sachverhalt wurde dem Kläger von der Anlageberaterin der Telis Finanz Verwaltung AG eine Beteiligung an der HSC Aufbauplan VII Schiff GmbH & Co. KG empfohlen.

Im Rahmen der Beratungsgespräche hat die Beraterin den Kläger jedenfalls nicht ordnungsgemäß über die Risiken des Totalverlustes und die Sicherheit der Beteiligung aufgeklärt.

Das LG Kempten sprach dem Kläger nun die Primärforderungen in voller Höhe zu und hat festgestellt, dass die beklagte Anlageberatungsgesellschaft ihre Pflicht verletzt hat, den Kläger ordnungsgemäß über das Totalverlustrisiko und die fehlende Sicherheit der streitgegenständlichen Beteiligungen aufzuklären.

Die Beraterin von Telis hatte Kunden mit Verweis auf die eigenen Beteiligungen eine Beteiligung am HSC Aufbauplan VII Schiff vorgeschlagen.

Eine ordnungsgemäße Aufklärung des Klägers konnte nicht durch Übergabe des Emissionsprospektes erfolgen, da die Beraterin der Beklagten den darin enthaltenen entsprechenden Hinweis durch mündliche Erklärungen entwertet hat und gegenüber dem Kläger den Eindruck erweckte, er würde in eine sichere Beteiligung investieren.

Das Gericht geht hierbei vom Vorrang des gesprochenen Wortes aus.

Vor diesem Hintergrund kam es dem Gericht nicht darauf an, ob die Beraterin dem Kläger das Emissionsprospekt und einen Flyer zu der streitgegenständlichen Beteiligung übergeben hatte.

Das Gericht hält sich an den Grundsatz des BGH, dass ein übergebenes Prospekt dann in den Hintergrund tritt, wenn der Anleger den Ausführungen seines Beraters – wie üblich - besonders vertraut und entsprechend keine ordnungsgemäße Aufklärung stattgefunden hat (vgl. BGH Urteil vom 22.07.2010 Az. III ZR 203/09).

Anleger in Schieflage geratener geschlossener Schiffsfonds sollten umgehend deren in Betracht kommenden Ansprüche durch eine auf Bank- und Kapital-marktrecht spezialisierte Kanzlei überprüfen lassen. 

Die Expertise der Kanzlei Steffens ergibt sich zudem durch die Herausgabe des Praxishandbuchs Schiffsfonds. Auf über 500 Seiten werden alle Aspekte von Schiffsfonds behandelt.

 



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