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Autofinanzierung von VW widerrufen! LG Berlin gibt wohl Diesel-Kunden recht!

10.31.2017

Autor: FA Bank- und Kapitalmarktrecht RA Steffens Berlin

Schlagworte: Dieselskandal,VW Kreditvertrag, Widerruf

Autofinanzierung von VW widerrufen! LG Berlin gibt wohl Diesel-Kunden recht!

Die VW Bank scheint bei der Aufklärung über die Verbraucherrechte bei einer Finanzierung des VW Fehler gemacht zu haben. Zahlreiche bei der VW-Bank (Volkswagen-Bank) unterzeichnete Darlehensverträge verfügen nicht über eine ordnungsgemäße Widerrufsbelehrung, wie vom Gesetzgeber vorgeschrieben.

Wenn das bei Ihnen der Fall ist, kann dies für die VW-Bank teuer und unangenehm sein. Für Sie als VW-Bank Kreditnehmer wird es dagegen lukrativ.

Haben Sie über die VW-Bank eine Finanzierung für den Kauf eines Pkws der Marke Volkswagen (VW), Audi, Skoda oder Seat aufgenommen, so können Sie das Darlehen bei der VW-Bank widerrufen.

Voraussetzung:

Der Darlehensvertrag hat eine fehlerhaft bzw. keine Widerrufsbelehrung.

Der Widerruf wandelt den Vertrag in ein Rückgewährschuldverhältnis um. Im Rückgewährschuldverhältnis werden die Parteien so gestellt, wie sie stünden, wenn sie den Vertrag nie abgeschlossen hätten.  Auf gut Deutsch: Alles wird auf Null gestellt.

Für die Finanzierung heißt es somit, dass der Darlehensgeber (Bank) verpflichtet ist, Ihnen Ihre Anzahlung und die Raten zurück zu gewähren. Auf der anderen Seite geben Sie das VW-Fahrzeug zurück. Es wird nur der Wertverlust abgezogen und geringe Nutzungszinsen für die Zeit der Nutzung des VW, Audi, Skoda oder Seat.

Kein Wertersatz für VW-Autofinanzierungen nach dem 13. Juni 2014, wenn der Widerruf dann erfolgte. Für die Darlehen nach dem 13. Juni 2014 gilt – kein Wertersatz.

Aufgrund einer Gesetzesänderung wurde der § 357 Abs. 7 BGB geschaffen. Jetzt muss der Verbraucher keinen Wertersatz leisten, sofern er nicht ordnungsgemäß über das ihm zustehende Widerrufsrecht informiert wurde. Das neue Widerrufsrecht führt zu einer faktisch kostenfreien Benutzung des Fahrzeuges. Diese Rechtsfolgen muss die VW-Bank hinnehmen, wenn sie den Darlehensnehmer beim Abschluss der Finanzierung nicht über seine Verbraucherrechte ordnungsgemäß aufgeklärt hat.

In jedem Fall – beim Benziner oder Diesel – kann ein Widerruf der VW-Finanzierung für den Kunden profitabel sein als ein Verkauf eines Gebrauchtfahrzeuges. Jeder kennt den hohen Wertverlust in den ersten Jahren.

Lassen Sie Ihre Autofinanzierung von uns kostenfrei auf Widerspruchsmöglichkeiten prüfen.

Sogar die Zeit „Test“ hat auf diese Möglichkeit hingewiesen.

VW – Abgasskandal – Rechte sind nur noch bis 31.12.2017 durchsetzbar.

Es sind ca. 2,5 Millionen Autofahrer von VW, Audi, Seat oder Skoda betroffen, die einen manipulierten Diesel des VW-Konzern besitzen.

Die Durchsetzung der Gewährleistungsrechtegegenüber VW begann Mitte 2015.

Die letzte Frist für die Betroffenen ist der 31.12.2017- Bisher hatten die Verbraucher die Möglichkeit, ein typengleiches Fahrzeug oder den damaligen Kaufpreis nach Rückgabe des Fahrzeuges zu erhalten. Nur bis 31.12.2017 können Kunden aber die Rechte geltend machen. Danach tritt Verjährung ein.

Sie sind in der Sache nicht allein. Es wurden 2000 Klagen anhängig gemacht. Es gibt 200 Urteile oder Gerichtsbeschlüsse.

Lassen Sie Ihre Ansprüche überprüfen.

Die Rechtsschutzversicherung muss nach neuer Rechtslage wohl eintreten bei Vertragsrechtsschutz oder Autorechtsschutz.

Wir prüfen den Rechtsschutzvertrag.

Und zu guter Letzt: Das Landgericht Berlin hat laut Handelsblatt vom 27.10.2017 einem VW Eigentümer das Recht zuerkannt sein Diesel-Fahrzeug zurückzugeben. Dies ist möglich, weil erehbliche Fehler im Darlehensvertrag den Widerruf des Vertrages möglich machen. Der Widerruf dürfte noch rechtzeitig gewesen sein, weil durch die fehlerhaften Pflichtangaben die Widerrufsfrist nie in Lauf gesetzt wurde!  Der Autobesitzer muss aber eine Entschädigung für die gefahrenen Kilometer bezahlen. Das Urteil des LG Berlin wird am 5.12.2017 zum Aktenzeichen 4 O 150/16 erwartet.

Dieselfahrer dürfen sich also freuen, Si eerhalten den Preis für ihren Gebrauchten, als hätte es den sogenannten Abgasskandal nicht gegeben. Ist das nicht ein super Ergebnis für viel Diesel-Fahrer im Streß wegen des Widerverkaufswerts?

Diese Gerichte entschieden zugunsten von Volkswagen-Kunden

Oberlandesgerichte:

Oberlandes­gericht Celle, Beschluss vom 30.06.2016, Az.: 7 W 26/16;

Oberlandes­gericht Hamm, Beschluss vom 21.06.2016, Az.: 28 W 14/16;

Landgerichte:

Landgericht Aachen, Urteil vom 18.05.2017, Az.: 9 O 269/16;

Landgericht Arnsberg, Urteil vom 24.03.2017, Az.: I-2 O 215/16;

Landgericht Arnsberg, Urteil vom 12.05.2017, Az.: I-2 O 264/16;

Landgericht Arnsberg, Urteil vom 14.06.2017, Az.:I-1 O182/16;

Landgericht Bayreuth, Urteil vom 12.05.2017, Az.: 23 O 348/16;

Landgericht Bayreuth, Urteil vom 16.05.2017, Az.: 23 O 243/16;

Land­gericht Braun­schweig, Urteil vom 12.10.2016, Az.: 4 O 202/16;

Landgericht Bückeburg, Urteil vom 11.01.2017, Az.: 2 O 39/16;

Land­gericht Dort­mund, Urteil vom 29.09.2016, Az.: 25 O 49/16;

Landgericht Essen, Urteil vom 16.09.2015, Az.: 16 O 165/16;

Land­gericht Frank­furt a. M., Urteil vom 20.10.2016, Az.: 2-23 O 149/16;

Land­gericht Hagen, Urteil vom 18.10.2016, Az.: 3 O 66/16;

Landgericht Hagen, Urteil vom 16.03.2017, Az.: 4 O 93/16;

Landgericht Hildesheim, Urteil vom 17.01.2017, Az.: 3 O 139/16;

Landgericht Kleve, Urteil vom 23.06.2017, Az.: 3 O212/16;

Landgericht Köln, Urteil vom 18.05.2017, Az.: 2 O 422/16;

Landgericht Krefeld, Urteil vom 14.09.2016, Az.: 2 O 72/16;

Landgericht Krefeld, Urteil vom 14.09.2016, Az.: 2 O 83/16;

Landgericht Krefeld, (Versäumnis-)Urteil vom 16.12.2017, Az.: 3 O 63/16;

Landgericht Lübeck, Urteil vom 16.05.2017, Az.: 9 O 101/16;

Land­gericht Lüneburg, Urteil vom 02.06.2016, Az.: 4 O 3/16;

Land­gericht München I, Urteil vom 14.04.2016, Az.: 23 O 23033/15;

Land­gericht München II, Urteil vom 15.11.2016, Az.: 12 O 1482/16;

Landgericht Münster, Urteil vom 19.05.2017, Az.: 02 O 341/16;

Landgericht Münster, Urteil vom 12.06.2017, Az.: 016 O 224/16;

Landgericht Nürnberg-Fürth, Urteil vom 27.04.2017, Az.: 9 O 4238/16;

Landgericht Nürnberg-Fürth, Urteil vom 27.04.2017, Az.: 9 O 6119/16;

Land­gericht Oldenburg, Urteil vom 01.09.2016, Az.: 16 O 790/16;

Landgericht Paderborn, Urteil vom 07.04.2017, Az.: 2 O 118/16;

Landgericht Regensburg, Urteil vom 21.11.2016, Az.: 6 O 409/16;

Landgericht Regensburg, Urteil vom 07.06.2017, Az.: 1 O 1522/16 (2);

Land­gericht Stutt­gart, (Versäumnis-)Urteil vom 20.10.2016, Az.: 7 O 68/16;

Landgericht Wuppertal, Urteil vom 26.04.207, Az.: 3 O 156/16:

Amts­gericht Weiden i. d. OPf., Urteil vom 23.09.2016, Az.: 1 C 90/16.

Dazu kommen noch zahlreiche Entscheidungen gegen Rechtsschutz- versicherungen in Deckungsprozessen, zuletzt bestätigt vom OLG Karlsruhe

Die Chancen stehen nicht schlecht im Prozess gegen VW im "Dieselskandal".

 

 

 



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