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Erbrecht: Steuerfalle Gemeinschaftskonto

11.01.2017

Autor: FA Bank- und Kapitalmarktrecht RA Steffens Berlin

Schlagworte: Gemeinschaftskonto, Erbrecht

Erbrecht: Steuerfalle Gemeinschaftskonto

Viele Ehegatten unterhalten ein gemeinschaftliches Bankkonto. Das kann bei geringeren Beträgen sehr praktisch sein und ist auch steuerlich kein Problem. Werden jedoch größere Geldbeträge über ein solches Konto abgewickelt, ist Vorsicht geboten.

Es gilt dann: Unbedachte Geldüberweisungen auf Gemeinschaftskonten können schnell zur Steuerfalle werden.

Das steuerliche Risiko das in einer derartigen Situation aus einem Gemeinschafts-konto erwächst, lässt sich am besten anhand eines Beispiels erklären:

Beispiel für ein Problemfall:

Hans M. hat ein großes Mietshaus geerbt, welches er verkauft. Den Verkaufserlös von zwei Millionen Euro lässt er auf ein Konto überweisen, das er gemeinsam mit seiner Ehefrau Erna M. hat.

Von diesem Konto entnehmen beide Ehegatten die Geldbeträge, die sie für sich im täglichen Leben brauchen.

Nachdem Hans M. nicht so recht weiß, wie er das Geld anlegen soll, bleibt es dort zwei Jahre lang auf dem Konto.

Unerwartet hohe Steuern im Todesfall

Als Erna M. unerwartet verstirbt, ist das Geld dort immer noch auf dem Gemein-schaftskonto. Das Finanzamt wird über den Kontostand informiert. Das Finanzamt setzt hierfür Erbschaftsteuer von 190.000 Euro fest, weil es die Hälfte des Konto-guthabens von zwei Millionen Euro der Verstorbenen zurechnet. Der Ehegatten-freibetrag ist durch anderes Vermögen, welches Hans M. von seiner Ehefrau Erna  erbt, aufgebraucht, so dass auf eine Million Euro 19 Prozent Erbschaftsteuer festgesetzt werden.

Aber es kommt noch heftiger: Das Finanzamt stellt sich auf den Standpunkt, durch die Überweisung des Geldes auf ein Gemeinschaftskonto, habe Hans M. seiner Ehefrau Erna M. die Hälfte des Überweisungsbetrages, also eine Million Euro, geschenkt.

Nach Abzug des Ehegattenfreibetrags von 500.000 Euro seien daher 500.000 Euro mit 15 Prozent zu versteuern, so dass es zudem auch noch Schenkungsteuer in Höhe von 75.000 Euro festsetzt.

Somit soll Hans M. also 265.000 Euro an Erbschaft- und Schenkungsteuer zahlen.

Bei einer guten stuerlichen Vorsorge und Beratung durch einen Fachanwalt wäre das alles zu vermeiden gewesen!!



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