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Was ist nach einer Kündigung des Lebensversicherungsvertrages noch zu beachten?

11.02.2017

Autor: F

Schlagworte: Lebensversicherung, Kündigung,1994 bis 2007,Nachschlag

Was ist nach einer Kündigung des Lebensversicherungsvertrages noch zu beachten?

Sie können wahrscheinlich noch einmal bis zu tausende Euro bekommen, wenn ihre kapitalbildende und fondsgebundene Lebens- und Rentenversicherungen, die zwischen 1994 und 2007 abgeschlossen wurde, gekündigt wurde.

In diesen Verträgen finden sich teilweise Klauseln zur Berechnung des Rückkaufswerts und Abzüge bei einer vorzeitigen Beendigung des Vertrags, die von Gerichten als unwirksam be-urteilt wurden (BGH 12. Oktober 2005, Az.: IV ZR 162/03, IV ZR 177/03 und IV ZR 245/03, BGH 26.September 2007, Az.: IV ZR 321/05).

Falls Sie eine betroffene Lebensversicherungspolice gekündigt oder beitragsfrei gestellt haben, hat die Versicherung den Rückkaufswert oder die beitragsfreie Versicherungssumme vermutlich falsch berechnet.

So können Sie Geld nachfordern. Im Durchschnitt erstattet die Versicherer noch einmal - laut der Verbraucherzentrale Hamburg - Beträge zwischen 600 und 700 Euro. Im Einzelfall kann die Summe wesentlich höher ausfallen. 

Stornogebühren und zu geringer Rückkaufswert sind anfechtbar

Falls Sie Ihren Vertrag in den letzten drei Jahren gekündigt oder beitragsfrei gestellt haben, sollten Sie die Unterlagen, die Sie damals von der Versicherung bekommen haben, wieder

Prüfen Sie, ob ein Stornoabzug vorgenommen wurde. Hat der Anbieter also eine Gebühr erhoben, weil Sie den Vertrag frühzeitig beendet hatten? Das wäre unrechtmäßig (9. Mai 2001 BGH Az. IV ZR 121/00 u. IV ZR 138/99, 17.Oktober.2012 Az. IV ZR 202/10 und 25. Juli 2012 Az. IV ZR 201/10).

Schauen Sie außerdem nach, welchen Rückkaufswert die Versicherung für Ihren Vertrag errechnet hatte. Er muss gemäß der Rechtsprechung mindestens der Hälfte der eingezahlten Beiträge entsprechen.

Sofern die Versicherung Ihnen zu wenig Geld gezahlt hat, können Sie die Beträge nach-fordern.

Betroffen sind Verträge aus 1994 bis Ende 2007

Die verbraucherfreundliche Rechtsprechung des BGH bezieht sich auf Verträge zur kapital-bildenden oder fondsgebundenen Versicherung, die zwischen den Jahren 1994 und Ende 2007 abgeschlossen und inzwischen wieder gekündigt wurden.

Seit dem Jahr 2008 gilt das neue Versicherungsvertragsgesetz (§ 169 VVG), und die Ver-sicherer haben ihre Klauseln in den Versicherungsbedingungen entsprechend angepasst.  

So hemmen Sie die Verjährung

Die Verjährungsfrist von Ansprüchen der Versicherungsnehmer auf Rückzahlung beträgt drei Kalenderjahre nach dem Jahr der Abwicklung.

Nur innerhalb dieser Frist können Sie Ihr Geld zurückfordern. Sobald Sie aber Ihre Ansprüche bei der Versicherung oder  bei Gericht geltend machen, wird die Uhr angehalten (§15 Versicherungsvertragsgesetz). Die Verjährung wird, wie die Juristen sagen, gehemmt.

Aber Vorsicht: Solange Sie Ihre Ansprüche nur gegenüber der Versicherung geltend gemacht haben, und die das nicht akzeptiert, tickt die Uhr wieder, sobald Ihnen das Schreiben der Versicherung zugestellt wurde.  

Ein Beispiel:

Ein Versicherter hat am 13. März 2014 die Abrechnung für den Rückkaufswert seiner Police inklusive Stornogebühr erhalten. Das ist dann der Ausgangspunkt der Berechnung: Die Verjährung beginnt am Ende des Kalenderjahres also am 31. Dezember 2014 – und läuft dann genau drei Jahre bis Ende 2017.

Wenn das zu kompliziert für Sie ist, dann wenden Sie sich an die Kanzlei Steffens, Wir holen auch für Sie eine Deckung bei der Rechtsschutzversicherung.

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