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Schiffsfonds auch 2017 in der Krise - Geschlossene Schiffsfonds im Fokus

11.06.2017

Autor: FA Bank- und Kapitalmarktrecht RA Steffens Berlin

Schlagworte: Schiffsfonds, Krise 2017, Praxishandbuch Schiffsfonds, Schadenersatz

Schiffsfonds auch 2017 in der Krise - Geschlossene Schiffsfonds im Fokus

Im Portfolio von vielen Anlegern befinden sich Schiffsfonds.

Das Anlagesegment Schiffsfonds hat seine Ursprünge im Deutschland der siebziger Jahre. Damals mit dem Hauptziel, möglichst hohe Steuereinsparungen zu gene-rieren. Diese Zielsetzung hat sich bis heute hin zu einer renditeorientierten Anlage verschoben, weil sich die steuerrechtlichen Rahmenbedingungen schon 2005 grundlegend geändert haben.

Was sind geschlossene Schiffsbeteiligungen?

Schiffsbeteiligungen sind in den meisten Fällen in der Rechtsform einer Kommanditgesellschaft strukturiert. Als Handelswährung dient wie bei den meisten gängigen Handelswaren der US-Dollar. Bei einer Zeichnung eines Schiffsfonds in Euro ist das Investment trotzdem i.d.R. als dollarbasiert anzusehen. Durch die Beteiligung als Kommanditist an einer Schiffsbeteiligung wird der Privatanleger also direkt zum (Mit-) Unternehmer und partizipiert somit ab dem Tag seines Beitritts von der Wirtschaftlichkeit des Unternehmens Schiff.

Erfolgsfaktor des Schiffsfonds: Einkaufspreis des Schiffs

Wesentliche Erfolgsfaktoren für das Gelingen des Schiffsfond sind somit der Einkaufspreis des Schiffes oder der Schiffe, die Dauer sowie die Konditionen der meist zu Beginn fest abgeschlossenen Charterverträge, die Kosten des laufenden Betriebes sowie die Auslastung und schlussendlich der Verkaufserlös bei Ablauf des Schiffsfonds.

Das eingesetzte Kapital der Anleger wird für den Bau bzw. Erwerb der Schiffe verwendet. Der Ertrag für den einzelnen Anleger soll in einer nachgeschalteten Nutzungsphase der Schiffe erwirtschaftet werden.

Weitere Ausführungen dazu im Praxishandbuch Schiffsfonds von Rechtsanwalt Karl-Heinz Steffens

Welche Schiffsfonds – Anlageformen gibt es?

Der Anleger kann in verschiedene Formen des Schiffsverkehrs investieren. Am gängigsten sind hier sog. Containerschiffe. Dabei handelt es sich um kleinere Zubringer die zwischen 500 TEU und 8.000 TEU transportieren können.
Aber Tanker
waren lange Zeit im Visier der Anleger. Insbesondere als die alten Einhüllentanker durch zeitgemäße Doppelhüllentanker ersetzt werden mussten.
Bulker hingegen sind Massengutschiffe die trockene Massengüter befördern.

Weitere Ausführungen dazu im Praxishandbuch Schiffsfonds von Rechtsanwalt Karl-Heinz Steffens

Der Schiffsfonds als Geldanlage

Das angesparte Geld kann auf verschiedene Weisen angelegt werden. Neben dem Kauf von Aktien oder Gold besteht u.a. die Möglichkeit der Beteiligung an einem Fonds und im spe-zielleren an einem Schiffsfonds. Ein sog. Schiffsfond investiert das eingesammelte Kapital in den Bau und/oder Erwerb von Seeschiffen. Schiffsfonds stellen grundsätzlich eine GmbH  & CO. KG dar, wobei die Geschäftsführung grundsätzlich der GmbH zusteht und die Anleger sich regelmäßig als Kommanditisten beteiligen. Im Optimalfall erwartet die Anleger nach einer längerfristigen Zeit eine hohe Gewinnausschüttung durch laufende Chartereinnahmen und  dem Verkauf des Schiffes nach Beendigung der Laufzeit des Schiffsfonds.

Weitere Ausführungen dazu im Praxishandbuch Schiffsfonds von Rechtsanwalt Karl-Heinz Steffens

Schiffsfonds als Steuersparmodell:

Wie sich in der Praxis gezeigt hat, stimmen diese Parameter häufig nicht mit der versprochenen, prospektierten Rendite überein. Ein zu hoher Kaufpreis, Fehler in der Berechnung der laufenden Kosten usw.
Neben den hohen Renditen wird vielen Anlegern der Erwerb zudem als  Steuer-sparmodell vermittelt. Bei vorliegen der gesetzlichen Voraussetzungen soll die Tonnagesteuer zu einer erheblichen Vergünstigung des zu versteuernden Ein-kommens führen.
Wie uns die Vergangenheit zeigte, gelten solche Anpreisungen jedoch nur, wenn die wachstumsorientierte Entwicklung der Weltwirtschaft anhält. Bei stagnierender oder rückläufiger Weltwirtschaft können und konnten die Versprechungen nicht mehr eingehalten werden. Die aktuellen Charterzahlen belegen diese Entwicklung. Die Charterraten sinken und sinken bei den Schiffen!

Weitere Ausführungen dazu im Praxishandbuch Schiffsfonds von Rechtsanwalt Karl-Heinz Steffens

Risiken, insbesondere Insolvenz und keine Charter

Zu beachten ist indes, dass Schiffsfonds sog. geschlossene Fonds darstellen und somit zum grauen Kapitalmarkt angehören. Dieser kennzeichnet sich dadurch, dass er nicht der staatlichen Finanzaufsicht oder ähnlichen Regulierungen unterliegt.

Ein Beitritt in einen geschlossenen Fonds hat somit zur Folge, dass der Anleger eine unternehmerische Stellung zuteil wird. Er profitiert nicht nur, sondern trägt auch in einem nicht unerheblichen Teil die Risiken der Gesellschaft. Solche Risiken stellen u.a. die Reduzierung bzw. Einstellung der Gewinnausschüttungen, der Totalverlust der gesamten Einlage und die Insolvenz der Gesellschaft dar.

Oft fordern die Fondsgesellschaften in finanziellen Engpässen die ausgezahlten Ausschüttungen zurück, um neues Kapital in die Gesellschaft einfließen zu lassen.
Die für die Nutzungsphase geschlossenen Charterverträge stellen ein unüberschaubares Problem dar.

Weitere Ausführungen dazu im Praxishandbuch Schiffsfonds von Rechtsanwalt Karl-Heinz Steffens

Schiffsfonds und Nachschusszahlungen im Sanierungsfall:

Etliche Anleger haben daher seit Zeichnung der Anlage keine Gewinne erhalten und nicht selten steuert der Fonds auf eine Insolvenz zu. Die Gesellschaften versuchen diese zumeist noch durch Nachschusszahlungen zu verhindern. Oft fordern die Emissionshäuer ihre Zeichner auch zur Rückzahlung der Ausschüttungen auf.

Die Anleger erfahren in diesem Zeitpunkt allzu oft das erste Mal von solchen Pflichten. Welche genauen gesetzlichen Rahmenbedingungen für ihre Beteiligung gelten wurde nie bzw. nur am Rande erwähnt.
Als Anleger beteiligen sie sich mit Eigenkapital an der Gesellschaft. Es handelt sich um eine unternehmerische Beteiligung mit allen Chancen und Risiken. Sie nehmen an dem wirtschaftlichen Ergebnis der Gesellschaft teil.

BGH: gewinnunabhängige Ausschüttungen können nur zurückgefordert werden, wenn dies im Gesellschaftsvertrag eindeutig und verständlich geregelt ist.

Weitere Ausführungen dazu im Praxishandbuch Schiffsfonds von Rechtsanwalt Karl-Heinz Steffens

Im März 2013 hatte der Bundesgerichtshof (BGH) entschieden, dass gewinn-unabhängige Ausschüttungen nicht ohne weiteres zurückverlangt werden können (Az. II ZR 73/11 und II ZR 74/11). Dies sei nach Auffassung des BGH nur dann möglich, wenn die Rückforderung der Ausschüttungen eindeutig und verständlich im Gesellschaftsvertrag geregelt sei.

Weitere Ausführungen dazu im Praxishandbuch Schiffsfonds von Rechtsanwalt Karl-Heinz Steffens

Ansprüche der Anleger gegen Banken und Schiffsfonds

Sie als Anleger müssen jedoch nicht tatenlos zusehen, wie Ihre Investition in den Schiffsfonds einfach verloren geht. Vielmehr haben Sie gegebenenfalls einen Anspruch auf Schadensersatz gegen die Bank,Sparkasse odser Volksbank sowie freie Berater,  welche Ihnen zum Einstieg in den Schiffsfonds geraten hat, wegen Falschberatung geltend zu machen.

Überdies müssen Sie die Rückforderung der bereits ausgezahlten Gewinnaus-schüttungen durch die Gesellschaft nicht dulden. Vielmehr hat der Bundes-gerichtshof schon regelmäßig entschieden, dass eine solche Rückforderung unberechtigt ist. Eine Durch-sicht bzw. Überprüfung des Gesellschaftsvertrages durch einen Fachanwalt ist dabei regelmäßig ratsam.

Weitere Ausführungen dazu im Praxishandbuch Schiffsfonds von Rechtsanwalt Karl-Heinz Steffens

Urteile zu Schiffsfondsbeteiligungen:

Weitere Ausführungen dazu im Praxishandbuch Schiffsfonds von Rechtsanwalt Karl-Heinz Steffens

Lassen Sie sich durch die Kanzlei Steffens beraten, wir haben umfangreiches Wissen zu Schiffsfonds angesammelt!

 



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