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Air Berlin Insolvenzverfahren – Anleihe-Anlegern droht der Totalverlust

11.08.2017

Autor: FA Bank- und Kapitalmarktrecht RA Steffens Berlin

Schlagworte: Air-Berlin Insolvenz, Air Berlin Anleihe, Schadenersatz

Air Berlin Insolvenzverfahren – Anleihe-Anlegern droht der Totalverlust

Die Air Berlin-Insolvenz kann für die Anleihe-Anleger Verlsut herbeiführen. Zwar hat das Amtsgericht Charlottenburg das Insolvenzverfahren erst am 1. November 2017 regulär eröffnet, doch schon jetzt deutet sich an, dass die Anleger kaum auf eine Insolvenzquote hoffen können.

Denn nachdem der Verkauf der Vermögenswerte der insolventen Air Berlin abge-schlossen ist, deutete der zuständige Sachwalter bereits an, dass Masse-unzulänglichkeit drohe.

Der Bund darf allerdings hoffen, dass er seinen gewährten Überbrückungskredit von 150 Mio. Euro wahrscheinlich zurückbekommt. Für die übrigen Gläubiger dürften die Zeichen deutlich schlechter stehen.

Es gibt noch Hoffnung, dass im Wege der Insolvenzanfechtung Zahlungen, die Air Berlin vor der Insolvenzeröffnung noch geleistet hat, doch zurückgefordert werden können. Dann käme etwas Geld in die ziemlich leere Kasse.

An den voraussichtlich hohen finanziellen Verlusten für die Anleger wird das aber kaum etwas ändern. Die Forderungen sollten dennoch fristgerecht zur Insolvenz-tabelle angemeldet werden, damit sie im Insolvenzverfahren überhaupt berück-sichtigt werden können!.

Darüber hinaus könne auch versucht werden, die finanziellen Verluste im Wege von Schadensersatzforderungen zu minimieren.

Die wirtschaftlichen Probleme bei Air Berlin sind ja nicht erst in den vergangenen Wochen entstanden, sondern waren schon seit Jahren bekannt. Da taucht der immer der Verdacht der Insolvenzverschleppung auf. Dann könnte es Geld aus der Managerhaftpflichtversicherung geben - sofoern eine abgeschlossen wurde. Weiter war es für die Anleger riskant, die Anleihen zu zeichnen. Selbst wenn mit hohen Zin-sen gelockt wurde, bestand für die Anleger das Risiko des Totalverlusts! Und der Totalverlust des investierten Geldes wird für die Anleihe-Anleger immer realis-tischer.

Allerdings hätten die Anleger von den Anlageberatern bzw. Anlagevermittlern über die bestehenden Risiken informiert werden müssen. Insbesondere über das Totalverlust-Risiko. Wurde diese Aufklärungspflicht verletzt, sind Schadensersatz-ansprüche gegen die Anlageberater bzw. Vermittler entstanden. Forderungen können auch entstanden sein, wenn schon die Angaben in den Emissions-prospekten fehlerhaft oder unvollständig waren.

Es lohnt sich deshalb die Angelegenheit durch eine Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht prüfen zu lassen. Die Rechtsschutzversicherung trägt teileweise die Kosten.



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