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Lebensversicherung - Wie gefährlich ein Policen-Verkauf für die Kunden ist

11.08.2017

Autor: FA Bank- und Kapitalmarktrecht RA Steffens Berlin

Schlagworte: Policenverkauf, Lebesnversicherung, Widerruf

Lebensversicherung - Wie gefährlich ein Policen-Verkauf für die Kunden ist

Ergo und Generali wollen zehn Millionen Lebensversicherungsverträge verkaufen. Investoren werden prächtig verdienen. Was das für die Kunden bedeutet.

Die Ergo-Versicherung müsste sich nicht weiter mit dem Schmuddelimage herum-schlagen, das ihr seit den Enthüllungen über Vertriebspartys mit Prostituierten in einer Budapester Therme anhaftet. Sie könnte die Vergangenheit ihrer Hamburg-Mannheimer („Hallo, Herr Kaiser“) ruhen lassen. Und sie müsste Kunden nicht mehr die heute so schwer finanzierbaren bis zu vier Prozent zahlen.

Die einst beliebteste Altersvorsorge ist in arger Bedrängnis.

Damit der Traum wahr wird, müsste Ergo nur, wie geplant, ihre sechs Millionen Lebensversicherungspolicen verkaufen, die Kunden einst bei der Hamburg-Mann-heimer (heute: Ergo Leben) und Victoria abgeschlossen haben. Mit der Generali Leben steht ein weiterer Versicherungsbestand zum Verkauf – vier Millionen Verträge. Also 10 Millionen Verträge stehen zum Verkauf!

Einige Aufkäufer stehen bereit:

Viridium, die bereits rund eine Million Verträge verwaltet und hinter der Finanz-investor Cinven und Rückversicherer Hannover Rück stehen.

Oder Frankfurter Leben, mehrheitlich im Besitz des chinesischen Investors Fosun.

Sowie die Bermuda-Gesellschaft Athene, die 2,2 Milliarden Euro ausgeben will.

Verbraucherschützer kritisieren das.

Die Finanzinvestoren, hätten keinen Anreiz, den Kunden mehr als unbedingt nötig zu zahlen. Während Versicherer Überschüsse auch verteilten, um damit Kunden zu locken, könnte den Investoren das egal sein – neue Kunden wollen sie nicht.

Trotzdem könnten die Sorgen übertrieben sein. Denn hohe Überschüsse schafft bei diesen niedrigen Zinsen kaum ein Versicherer mehr. Alle müssen heute sehr sicher anlegen, damit Verluste nicht dazu führen, dass sie ihren Kunden den ihnen garantierten Zins nicht mehr zahlen können. Sichere Geldanlagen bringen aber nichts mehr ein, dadurch wird der finanzielle Spielraum noch knapper – ein Teufels-kreis. So müssen Versicherte schon froh sein, wenn die Anbieter wenigstens dauer-haft die Zinsgarantien erfüllen können. An diese Garantien sind auch die Inves-toren gebunden.

Die leistungsstärksten Lebensversicherer 2017

Platz 1: Europa

Platz 2: Huk-Coburg

Platz 3: Debeka

Platz 4: LVM

Platz 5: Mecklenburgische

Platz 6: CosmosDirekt

Platz 7: HanseMerkur

Platz 8: WGV

Platz 9: Hannoversche

Platz 10: Allianz

Platz 11: R+V

Platz 12: Alte Leipziger

Platz 13: Itzehoer

Platz 14: Volkswohl Bund

Platz 15: Süddeutsche

Platz 16: Bayern-Versicherung

Platz 17: LV von 1871

Platz 18: Ergo Direkt

Platz 19: Stuttgarter

Platz 20: Ideal

Platz 21: Neue Bayerische Beamten

Platz 22: Continentale

Vergleichsmaßstab (Benchmark)

An anderer Stelle könnten die Kunden sogar von den Aufkäufern profitieren. Diese werden, um ihren Schnitt zu machen, vor allem Kosten senken.

Lebensversicherer müssen zusätzliche Kapitalerträge nämlich zu 90 Prozent an ihre Kunden ausschütten. An Überschüssen, die entstehen, weil Kosten geringer als erwartet sind, müssen sie die Kunden nur zur Hälfte beteiligen. Die andere Hälfte dürfen die Investoren behalten.

Rette sich, wer kann Wie Sie Ihre Lebensversicherung loswerden

Die Lage ist angespannt, nun besteht eine Fluchtoption: Viele Lebensversicherte können aus alten Verträgen aussteigen – und im Vergleich zu einer Kündigung deutlich mehr rausholen. Sie widerrufen die Versicherung! Dazu gibt es spezi-alisierte Fachanw#lte für Bank- und Kapitalmarktrecht und Versicherungsrecht

Quelle: Geschäftsbericht 2016, eigene Berechnung von Nikolas Hoyer - WiWo

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