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Kapitallebensversicherung: Steuererklärung & Abgeltungssteuer

11.12.2017

Autor: FA Bank- und Kapitalmarktrecht RA Steffens Berlin

Kapitallebensversicherung: Steuererklärung & Abgeltungssteuer

Die Steueränderung zum 1.1.2005 hat deutliche Nachteile für die klassische Kapitallebensversicherung gebracht. Die steuerliche Absetzbarkeit der Beiträge ist teilweise abgeschafft worden. Eine weitere kleine Änderung gilt ab 2017.

Bei der Auszahlung wird jetzt Abgeltungssteuer auf die Lebensversicherung erhoben; genauer gesagt, auf deren Ertragsanteil.

Sind Auszahlungen aus der Lebensversicherung steuerfrei?

Diese Frage stellt sich für Kapitallebensversicherungen, die seit 1.1.2005 abgeschlossen wurden, nicht mehr. Diese Lebensversicherungen sind nicht mehr steuerfrei. Besteuert wird der Ertragsanteil, also Endbetrag abzüglich eingezahlter Beträge.

Versicherungsnehmer, die über 60 Jahre alt sind (62 Jahre ab 2012) und nach einer Mindestlaufzeit des Vertrages von 12 Jahren die Auszahlung in einer Summe erhalten, brauchen nur die Hälfte des Ertragsanteils zu versteuern. Sind diese drei Bedingungen (Alter 60, Laufzeit 12 Jahre, Einmalzahlung) nicht erfüllt, wird der gesamte Ertrag versteuert.

Bei der Auszahlung der Versicherungen werden automatisch 25 % Abgeltungs-steuer auf den Ertragsanteil berechnet, von den Versicherungsgesellschaften einbehalten und an die Finanzämter abgeführt.

Beginnend mit dem Jahr 2017 gibt es offenbar eine weitere kleine Änderung. Jetzt muss die Hälfte des Ertragsanteils mit dem individuellen Steuertarif versteuert werden. Das gilt auch bei Verträgen mit Kapitalwahlrecht, wenn die Einmalzahlung in Anspruch genommen wird.

Achtung: Tarifumstellungen und Vertragsanpassungen können negative steuerrechtliche Folgen haben. Werden wesentliche Merkmale des Vertrages geändert, beginnt die Laufzeit wieder von vorn.

Wesentliche Merkmale können beispielsweise die Erhöhung der Versicherungs-summe oder die Verkürzung der Vertragslaufzeit sein. Ein steuerbegünstigter Vertrag kann dadurch zu einem Lebensversicherungsvertrag werden, dessen Einmalzahlung der Steuer unterliegt.

Allerdings gilt dies nicht für jede Tarifumstellung. Wird auf Angebot der Versicher-ungsgesellschaft beispielsweise der Garantiezins gesenkt oder ganz aufgehoben, liegt keine steuerschädliche Tarifumstellung vor. Versicherungsnehmer sind allerdings gut beraten, sich vor jeder Tarif Umstellung über die steuerrechtlichen Folgen zu informieren.

Abgeltungssteuer

Der Ausdruck „Abgeltungssteuer“ bedeutet, dass damit die Steuer für diese Einkünfte völlig abgegolten ist und in der Steuererklärung nicht mehr erfasst zu werden braucht.

Für alle, die mit ihrem persönlichen Steuersatz darüber liegen, ist das günstig. Alle, die mit ihrem persönlichen Grenzsteuersatz unter 25 % liegen, haben also zunächst einen Nachteil.

Den können sie beheben, wenn sie den Ertrag aus ihrer Kapitallebensversicherung in der Steuererklärung als Einkünfte angeben. Die gezahlte Abgeltungssteuer wird dann von der Steuerlast abgezogen. Damit unterliegt der Ertrag dem persönlichen Steuersatz.

Ist für eine Lebensversicherung Erbschaftssteuer zu bezahlen?

In Fällen von Erbschaft und Schenkung ist seit 2009 auf den vollen Betrag einer Kapitallebensversicherung Steuer zu bezahlen.

Die Steuerlast greift aber nur, wenn das Erbe die persönlichen Freibeträge der erbenden Person übersteigt. Für Ehepartner liegt der Freibetrag bei 500.000 Euro und für Kinder bei 400.000 Euro, so dass nahe Verwandte in den meisten Fällen nicht von der Erbschaftssteuer auf die Lebensversicherung betroffen sind.

Fazit

Bei Auszahlung einer Lebensversicherung wird eine Abgeltungssteuer erhoben.

Das ist besonders interessant für Personen, deren Steuersatz deutlich höher ist als der Satz für die Abgeltungssteuer auf die Lebensversicherung. Seit 2017 gilt der individuelle Steuertarif.

Auf eine Lebensversicherung ist Erbschaftssteuer zu bezahlen, sofern die Erbmasse den Rahmen der Freibeträge übersteigt.

Eine Beratung bei dem Steuerdschungel ist immer ratsam! Die Kanzlei Steffens berät Sie!



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