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Es gibt einen Widerrufsjoker ab dem Jahr 2010

11.13.2017

Autor: FA Bank- und Kapitalmarktrecht RA Steffens Berlin

Schlagworte: Es gibt einen Widerrufsjoker ab dem Jahr 2010 , Widerruf, Immobilienkreditvertrag

Es gibt einen Widerrufsjoker ab dem Jahr 2010

Für Immobiliendarlehen ab Juni 2010 sticht ein neuer Widerrufsjoker. Auch in diesen Darflehens-Verträgen machten Banken, Sparkassen udn Volksbanken  rechtliche Fehler.

So können betroffene Kunden ihre Geld-zurück-Chance nutzen.

Wieder - auch ab 2010 ist ein Großteil von Immobiliendarlehen in Deutschland gespickt mit fehlerhaften Widerrufsklauseln.

Betroffen sind jetzt noch jüngere Darlehensverträge, die ab 11. Juni 2010 ge-schlossen wurden. Finden Kunden formale Schnitzer, können sie den Kredit, das Forward-Darlehen oder die Vorfälligkeitsentschädigung für nichtig erklären.

Wie schon beim ersten Widerrufsjoker für Altverträge halten Verbraucher auch diesmal wieder den Trumpf in der Hand, um auf günstigere Zinsen umzuschwenken. Tausende Euro zu sparen oder Geld zurückzuholen. Aber: „Je jünger der Vertrag, desto weniger Ersparnis ist möglich“, leider ist das so! Wer den neuen Widerrufsjoker einsetzen möchte, sollte sich vom Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht beraten lassen.

Was ist jetzt neu?

In den jüngeren Darlehensverträgen, die zwischen 11. Juni 2010 und 20. März 2016 geschlossen wurden, wimmelt es vor Vertragsfehlern! Man geht davon aus, dass mindestens jedes zweite Darlehen hinfällig ist.

Diesmal hakt es nicht allein bei den Widerrufsinformationen, die wieder häufig nicht 1:1 den Mustervorlagen des Gesetzgebers entsprechen. Bei den sogenannten Pflichtangaben für Verbraucher gibt es viele Lücken.

Die Folge: Die Widerrufsfrist beginnt nicht zu laufen. Betroffene Kunden können wiederum jederzeit aussteigen und versuchen, mit der Bank um bessere Zins-konditionen zu verhandeln. Selbst Jahre später noch. Der neue Widerrufsjoker ist nicht befristet.

Auch fehlerhafte Immobiliendarlehen ab 21. März 2016 lassen sich widerrufen. Aber nicht ewig: Für diese Verträge erlischt das Widerrufsrecht nach einem Jahr und 14 Tagen ab Vertragsschluss.

Was tun?

Wer einen jüngeren Vertrag hat, sollte ihn auf Fehler überprüfen lassen! Die Mühe kann sich vor allem bei Krediten bis Mitte 2014 rechnen, als Kunden noch Zinsen  von mehr als 2,5 Prozent pro Jahr schultern mussten.

Interessant kann ein Check auch für Kreditnehmer werden, die in den vergangenen sechs Jahren hohe Vorfälligkeitsentschädigungen zahlen mussten – oder noch zahlen sollen.

Was sind typische Fehler?

Die Chancen stehen gut, wenn beispielsweise in den Widerrufsinformationen die Rede ist von einer „zuständigen Aufsichtsbehörde“, die aber im Vertrag gar nicht benannt wird.

Oder wenn der Mustertext auch nur um ein einziges Wörtchen wie „dann“ verändert wurde und die Bankjuristen eigene Formulierungen wählten.

Zu den häufigsten Schnitzern zählt, dass Banken bei den Pflichtangaben vergaßen, Formalien wie:

die Höhe des Effektivzinses,

die Feuerversicherung und andere Kosten aufzuführen,

die insgesamt auf den Kunden zukommen.

Zwar können selbst juristische Laien einen Widerruf selbst formulieren. Weil die Materie aber noch komplexer ist als bei den Altfällen, sollten sie besser die Unter-stützung durch Verbraucherzentralen und Anwälte in Anspruch nehmen!

Wann lohnt es sich?

Gibt es einen spürbaren Unterschied zwischen dem Zins des Baukredits und dem heutigen Zinsniveau, können Kreditnehmer bei berechtigtem Widerruf nach wie vor viel Geld sparen.

Wie steht es um Risiken?

Die Mehrzahl der Baufinanzierer ist nach Ansicht von Branchenkennern bereit, Kunden trotz ihres Widerrufs zu halten und ihnen einen Umstieg auf günstigere Zinsen anzubieten. Weil Banken nicht mehr durchweg blockieren, ist ein Ausstieg aber noch lange kein Spaziergang.

Auch die Kosten der Auseinandersetzung sind nicht zu unterschätzen. Fachanwälte arbeiten nicht umsonst. Wer eine ältere Rechtschutzversicherung hat, ist in der Regel auf der sicheren Seite. Altverträge decken Streitig­keiten um den Widerruf von Baudarlehen meist noch ab. Neuere schließen eine Deckung inzwischen komplett aus.

Wo gibt es Unterstützung?

Mehrere spezialisierte Kanzleien offerieren auch eine kostenfreie Ersteinschätzung,

Auch die Kanzlei Steffens in Berlin arbeitet zunächst kostenlos bei der Erstberatung!



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